Warum arbeiten „die“ eigentlich nicht für Ihr Geld?

Viele anerkannte Asylbewerber haben durchaus Arbeitsplätze und tragen so zu unserer Wirtschaftsleistung bei – und zahlen somit auch Steuern und Rentenbeiträge. Viele Flüchtlinge würden gerne arbeiten, dürfen oder können aber nicht, z. B. wegen (noch) mangelnder Sprachkenntnisse oder weil ihre Qualifikationen bei uns nicht anerkannt werden. Unter den Flüchtlingen gerade aus Syrien sind viele hochqualifizierte Fachkräfte, z. B. Lehrer, Mediziner oder Handwerker. Hier ist auch der Staat gefordert, bürokratische Hürden abzubauen, damit diese Menschen in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Generell können Flüchtlinge mit Aufenthaltsgestattung oder Duldung erst nach drei Monaten die Genehmigung zur Aufnahme einer Beschäftigung erhalten. 


Und wenn sie arbeiten, nehmen sie uns dann nicht unsere Arbeitsplätze weg?

Jeder Art von Arbeitsaufnahme durch Flüchtlinge muss von der Arbeitsagentur zugestimmt werden. Dabei kommt insbesondere die sogenannte Vorrangprüfung zum Tragen, bei der u. a. Deutschen und EU-Bürgern ein Vorrang bei der Stellenbesetzung eingeräumt wird. Geprüft wird auch, ob die Stellenbesetzung arbeits- und integrationspolitisch verantwortbar ist und ob die Arbeitsbedingungen den Standards entsprechen. Nach einer Aufenthaltsdauer von 15 Monaten bzw. vier Jahren entfallen diese Bestimmungen sukzessive.


Wie kann ich einen Flüchtling einstellen (z. B. als Praktikant/450-Euro-Jobber/Azubi)?

Wenn Sie einen oder vielleicht sogar mehrere Flüchtlinge in Ihrem Betrieb beschäftigen möchten, können Sie einen wertvollen Beitrag zur Integration leisten. Am besten setzen Sie sich hierzu mit Ihrer zuständigen Handwerks- oder Industrie- und Handelskammer in Verbindung. Da bei der Beschäftigung von Flüchtlingen zahlreiche Vorschriften zu beachten und in Einzelfällen auch Genehmigungen der Ausländerbehörde und/oder der Arbeitsagentur einzuholen sind, empfiehlt es sich auf jeden Fall, sich mit erfahrenen Ansprechpartnern auf Verbandsebene zusammen zu setzen. Im sogenannten Kompetenzteam „Migranten in Arbeit“ für den Main-Kinzig-Kreis arbeiten seit Februar 2015 Vertreter und Entscheidungsträger der Kreisverwaltung, der IHK, des Kommunalen Centers für Arbeit – Jobcenter – und Soziales (KCA), der Kreishandwerkerschaften und der Arbeitsagentur zusammen, um Asylbewerber und andere ausländische Flüchtlinge möglichst schnell in Arbeit zu bringen.   

Die Möglichkeiten für eine Anstellung sind vielfältig: Neben einer Beschäftigung auf 450-Euro-Basis sind unter bestimmten Voraussetzungen auch die Besetzung von Teil- oder Vollzeitarbeitsplätzen, Ausbildungs- und Praktikumsplätzen möglich sowie die Beschäftigung im Bundesfreiwilligendienst oder im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres.     


Dürfen die Flüchtlinge umsonst Bus fahren? Ins Museum gehen?

Im öffentlichen Nahverkehr, also in Bussen und Bahnen, müssen Flüchtlinge dasselbe Beförderungsentgelt bezahlen wie wir alle. Anders sieht es beim Besuch von öffentlichen Kultur- und Bildungseinrichtungen aus. Hier können Flüchtlinge ebenso wie alle anderen Bedürftigen oder Geringverdiener den Hanau-Pass beantragen. Der Hanau-Pass gewährt z. B. Erwachsenen ermäßigte Eintrittspreise für städtische Schwimmbäder, Konzerte und andere Veranstaltungen der Stadt, teilweise kostenlosen Eintritt in Museen und sogar Vergünstigungen bei einigen Volkshochschulkursen und der Benutzung des Frauennachttaxis. Nähere Informationen zum Hanau-Pass finden Sie hier (Link: http://www.hanau.de/service/dl/014764/


Bekommen Flüchtlinge mehr als ein Hartz-IV-Empfänger?

Der Regelsatz für das aktuelle Arbeitslosengeld II, bekannt als „Hartz IV“, liegt je nach Bedarfsstufe zwischen 237 und 404 Euro. Der aktuelle Höchstsatz für Flüchtlinge liegt bei 352 Euro, also deutlich unter dem für „Hartz-IV-Empfänger“.

Beide Gruppen erhalten zusätzlich bedarfsgerechte Unterstützung für z. B. Wohn-, Heiz- und Kleidungszwecke. Die jeweilige Unterstützung variiert in ihrer Höchstgrenze nach Bundesländern und Regionen/Kommunen und bevorzugt Flüchtlinge gegenüber Empfängern von ALG II aber in keinem Fall. In Hanau zum Beispiel gelten folgende Mindestansprüche bzw. Obergrenzen: (????? Bitte ergänzen ????)

Hier könnten noch spezielle Zahlen für die Stadt Hanau eingetragen werden. Alternativ kann man den letzten Satz aber auch streichen.