⇲ Warum arbeiten „die“ eigentlich nicht für ihr Geld?

Viele Flüchtlinge haben durchaus Arbeitsplätze und tragen so zu unserer Wirtschaftsleistung bei – und zahlen somit auch Steuern und Rentenbeiträge. Viele Flüchtlinge würden gerne arbeiten, dürfen oder können aber nicht, z. B. wegen (noch) mangelnder Sprachkenntnisse oder weil ihre Qualifikationen bei uns nicht anerkannt werden. Unter den Flüchtlingen, gerade aus Syrien, sind viele hoch qualifizierte Fachkräfte, z. B. Lehrer, Mediziner oder Handwerker. Hier ist auch der Staat gefordert, bürokratische Hürden abzubauen, damit diese Menschen in den Arbeitsmarkt integriert werden können.


⇲ Wie kann ich einen Flüchtling einstellen?

Wenn Sie einen oder vielleicht sogar mehrere Flüchtlinge in Ihrem Betrieb beschäftigen möchten, können Sie einen wertvollen Beitrag zur Integration leisten. Am besten setzen Sie sich hierzu mit Ihrer zuständigen Handwerks- oder Industrie- und Handelskammer in Verbindung. Da bei der Beschäftigung von Flüchtlingen zahlreiche Vorschriften zu beachten und in Einzelfällen auch Genehmigungen der Ausländerbehörde und/oder der Arbeitsagentur einzuholen sind, empfiehlt es sich auf jeden Fall, sich mit erfahrenen Ansprechpartnern auf Verbandsebene zusammenzusetzen. Im sogenannten Kompetenzteam „Migranten in Arbeit“ für den Main-Kinzig-Kreis arbeiten seit Februar 2015 Vertreter und Entscheidungsträger der Kreisverwaltung, der IHK, des Kommunalen Centers für Arbeit – Jobcenter – und Soziales (KCA), der Kreishandwerkerschaften und der Arbeitsagentur zusammen, um Asylbewerber und andere Flüchtlinge möglichst schnell in Arbeit zu bringen. Weitere Informationen dazu gibt es über den Infopoint für Flüchtlinge in der Agentur für Arbeit (Am Hauptbahnhof 1, 63450 Hanau, Telefon 06181/672-111) oder beim Kommunalen Center für Arbeit (KCA) des Main-Kinzig-Kreises (Telefon 06051/9741-41910, http://www.kca-mkk.de/fuer-arbeitgeber/fluechtlinge-und-migranten).


⇲ Dürfen die Flüchtlinge umsonst Bus fahren? Ins Museum gehen?

Die Schutzsuchenden, die in einer Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung leben, bekommen automatisch eine Monatskarte - diese wird mit ihrem Taschengeld verrechnet. Im öffentlichen Nahverkehr, also in Bussen und Bahnen, müssen Flüchtlinge nämlich dasselbe Beförderungsentgelt bezahlen wie wir alle. Anders sieht es beim Besuch von öffentlichen Kultur- und Bildungseinrichtungen aus. Hier können Flüchtlinge ebenso wie alle anderen Bedürftigen oder Geringverdiener den Hanau-Pass beantragen. Der Hanau-Pass gewährt z. B. Erwachsenen ermäßigte Eintrittspreise für städtische Schwimmbäder, Konzerte und andere Veranstaltungen der Stadt, teilweise kostenlosen Eintritt in Museen und sogar Vergünstigungen bei einigen Volkshochschulkursen und der Benutzung des Frauennachttaxis. Nähere Informationen zum Hanau-Pass finden Sie hier: http://www.hanau.de/service/dl/014764/


⇲ Bekommen Flüchtlinge mehr als ein Hartz-IV-Empfänger?

Der Regelsatz für das aktuelle Arbeitslosengeld II, bekannt als „Hartz IV“, liegt je nach Bedarfsstufe und Bundesland zwischen 237 und 404 Euro. Der aktuelle Höchstsatz für Flüchtlinge liegt bei 352 Euro, also deutlich unter dem für „Hartz-IV-Empfänger“. Beide Gruppen erhalten zusätzlich bedarfsgerechte Unterstützung für z. B. Wohn-, Heiz- und Kleidungszwecke. Die jeweilige Unterstützung variiert in ihrer Höchstgrenze nach Bundesländern und Regionen/Kommunen und bevorzugt Flüchtlinge gegenüber Empfängern von ALG II aber in keinem Fall.

Nach ihrer Anerkennung wechseln die Schutzsuchenden den Rechtskreis und beziehen dann die gleichen Leistungen wie ein einheimischer "Hartz-IV"-Bezieher - mit den gleichen Rechten und den gleichen Pflichten.