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Hanauer Projekte präsentieren sich bei „Löwen im Herz. Hessen integriert“

"Unter Nachbarn – was verbindet uns?" Unter diesem Motto hatte das Hessische Sozialministerium am Donnerstag zum Bürgerforum nach Offenbach eingeladen. Im Rahmen der Kampagne "Löwen im Herz. Hessen integriert." wurden verschiedene Maßnahmen zur Integration vorgestellt und diskutiert. Auch aus Hanau wurden zwei Konzepte präsentiert: das bereits etablierte Patenschafts-Projekt des Seniorenbüros und das neue Integrationsbüro für Kinder und Jugendliche, das im September geöffnet wurde und innerhalb kürzester Zeit zu einem wichtigen Baustein der Integrationskette der Stadt geworden ist.

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"Wir sind sehr zufrieden, wie das neue Angebot angenommen wird", zieht der zuständige Bürgermeister Axel Weiss-Thiel eine erste Zwischenbilanz. Fast 100 Kinder und Jugendliche konnten in den zurückliegenden Wochen an Vereine vermittelt werden. "Und dort beginnt für uns die Integration, die Teilhabe an der Gesellschaft. Die Vereine leisten auf diesem Gebiet schon seit Jahrzehnten herausragende Arbeit", so Weiss-Thiel. Mit dem neuen Integrationsbüro verfolgt die Stadt vor allem ein Ziel: die Barrieren zwischen Angebot und Nachfrage abzubauen. Denn neben den sprachlichen Hürden seien auch organisatorische Hindernisse zu überwinden – zum Beispiel der Transport zu den Trainingseinheiten oder die regelmäßige Teilnahme, berichtet der für das Integrationsbüro zuständige Andreas Jäger. "Die meisten Herausforderungen haben aber gar nichts mit dem Migrationshintergrund der Kinder zu tun, sondern sind für die Altersgruppe ganz normal", sagt Jäger. Zweimal die Woche ist Jäger, der im Rahmen des Landesprogramms WIR als sogenannter Fallmanager agiert, mit seinem Team im Einsatz: Montags findet die Sprechstunde von 16.30 bis 18 Uhr im Kulturforum statt, mittwochs von 13 bis 15 Uhr in der städtischen Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge auf Sportsfield Housing. Unterstützt wird Jäger dabei von einer Gruppe ehrenamtlicher Helfer, die nicht nur in der Sprechstunde dabei sind, sondern auch die unmittelbare Vermittlung zwischen Verein und den Kindern übernehmen. "Wir begleiten die Gruppen zu den ersten Trainingseinheiten, versuchen den Transport zu organisieren und das gegenseitige Kennenlernen zu erleichtern", berichtet Dr. Karl-Heinz Leister, der sich seit mehr als zwei Jahren ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit engagiert. Leister ist einer der von der Stadt in den vergangenen Jahren ausgebildeten offiziellen Integrationslotsen. Er kennt die Probleme, mit denen Migranten bei der Eingewöhnung in das neue Lebensumfeld zu kämpfen haben. "Gemeinsam mit einheimischen Kindern Sport zu treiben und die Freizeit sinnvoll zu gestalten, ist ein ganz wichtiger Baustein der Integration", meint Leister. Der Steinheimer war gemeinsam mit seinen Mitstreitern eng eingebunden in die Entwicklung des neuen Angebots, denn die Integrationslotsen hatten in internen Workshops selber festgestellt, dass ihre Arbeit neu ausgerichtet werden müsse. "Wir haben gemerkt, dass sich die Aufgabenstellung verändert hat – weg von Willkommenheißen und Erstorientierung hin zu nachhaltigen Angeboten", so Leister. Nachhaltigkeit ist in diesem Zusammenhang sowohl für Leister als auch für Jäger ein besonders wichtiger Begriff. "Wir wollen keine Einmalaktionen, sondern eine dauerhafte Teilnahme an den Angeboten erreichen", berichtet der WIR-Fallmanager. Das helfe letztlich auch den Vereinen, die vielerorts über Nachwuchssorgen klagten. Die Zusammenarbeit mit den Clubs verlaufe hervorragend. Ob Fußball, Gardetanz, Kampfsport oder Singen – die Liste der Angebote für die Kernzielgruppe der Sechs- bis Zwölfjährigen sei lang. Um noch mehr Kindern die Möglichkeit geben zu können, davon zu profitieren, werden weitere ehrenamtliche Kräfte gesucht. "Wir suchen vor allem Menschen, die bereit sind, die Kinder zu den Einheiten zu begleiten", sagt Jäger. Der fehlende Pkw beziehungsweise Führerschein in der Familie sei nämlich eines der Haupthindernisse, warum die Kinder insbesondere in der dunklen Jahreszeit nicht regelmäßig zum Training kommen könnten. "Es wäre schade, wenn es daran scheitern würde, denn die Kinder sind mit großem Enthusiasmus dabei – das melden fast alle Vereine zurück", berichtet Leister. Das Angebot soll in den kommenden Monaten auch ausgeweitet werden – insbesondere mit Blick auf die Altersgruppe. "Wir möchten gerne auch Jugendliche stärker einbeziehen", sagt Jäger. Geplant seien gemeinsame Ausflüge in Museen, der Besuch einer Sitzung des Hessischen Landtags oder allgemeine gesellschaftspolitische Workshops, die zielgruppengerecht die deutschen Grundwerte vermittelten. "Auch für diese neuen Tätigkeitsfelder benötigen wir weitere Helfer", wirbt Leister um Unterstützung. Interessierte, die sich in dem Projekt engagieren möchten, können sich im Koordinationsbüro für Flüchtlinge unter 06181/295-1944 oder per E-Mail an hanauengagiert@hanau.de melden. Dort gibt es auch Informationen über Schulungen und andere Formen der Mitarbeit in der Flüchtlingshilfe.

Energieberatung speziell für Geflüchtete

Die Stabsstelle Nachhaltige Strategien der Stadt Hanau veranstaltet am Donnerstag, 30. November, und am Montag, 11. Dezember, jeweils um 16 Uhr eine „Energieberatung für Geflüchtete“ im Franz-Weber-Raum des  Kulturforums (Stadtbibliothek). Sie arbeitet dabei mit der Verbraucherzentrale Hessen zusammen.

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Es geht in leichtem Deutsch um die Themen Richtig heizen, Strom sparen, energieeffiziente Geräte und Kostenkontrolle. Die Informationsveranstaltung ist also für alle Geflüchteten interessant, die bereits eine eigene Wohnung haben. Sie ist aber auch für alle anderen als Ankommenshilfe in Deutschland gedacht. Flyer zum Thema in Arabisch und Dari sind vorrätig vorhanden.

Da die Raumkapazität begrenzt ist, bedarf es einer Anmeldung per E-Mail unter klima@hanau.de.

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Seniorenbüro setzt sein Engagement fort

Die Nachbarschaftsinitiative Klein-Auheim war jetzt Gastgeberin des Jahresabschlusstreffens des Projektes „Alt für Jung Patenschaften - Seniorenbüros unterstützen Geflüchtete“. Dabei waren sich alle einig, dass das Engagement auch 2018 fortgesetzt werden soll.

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„Wir möchten gerne dazu beitragen, dass Menschen, die in unserem Stadtteil, in der Stadt oder in Sportsfield leben, die Orte kennenlernen, an denen Begegnungen stattfinden und Möglichkeiten angeboten werden, sich zu engagieren“, sagte Monika Plotzitzka von der Nachbarschaftshilfe Klein-Auheim, die gemeinsam mit Dorothea Hutter liebevoll die Tische für das gemeinsame Abschlussessen dekoriert hatte.

Das Hanauer Seniorenbüro ist eines von 20 Projektstandorten, das sich am Bundesprojekt „Menschen stärken Menschen beteiligt“. Auch 2018 wird sich das Hanauer Seniorenbüro an der Fortführung des Projekts zu beteiligen. Geplant wurden an diesem Abend weitere Begegnungen in Kleingruppen, wie zum Beispiel der Besuch von Weihnachtsmärkten in der näheren Umgebung.

Für 2018 sind sich alle einig, dass die Themen wie Wohnungssuche, Arbeitsplatz finden oder ein Praktikumsplatz finden für die „Patenkinder“ weiter an Bedeutung gewinnen wird und das Engagement der engagierten Paten vor große Herausforderungen stellen wird. Die Geflüchteten erzählten, dass sie über die Arbeit am besten die Sprache lernen. Sie berichteten von ihren Erfahrungen in den Sprachkursen. Sie wünschen sich Begegnungen mit Menschen, um die Sprache zu lernen und zu sprechen. Die engagierten Paten formulierten die Idee eines Lesecafés, und für ein Werkprojekt soll Kontakt zu den Schulen aufgenommen werden, ob dort Werkräume genutzt werden können.

Interessierte Menschen, die sich gerne im Patenschaftsprojekt engagieren möchten, melden sich im Hanauer Seniorenbüro, Barbara Heddendorp, Steinheimer Straße 1, 63450 Hanau. barbara.heddendorp@hanau.de, Telefon 06181-66820-60.

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Lesecafé im Kulturforum nimmt wieder Betrieb auf

Die ersten Besucherinnen und Besucher der Stadtbibliothek im Kulturforum Hanau haben es bereits gemerkt und nippen genüsslich beim Lesen an ihren weißen Porzellantassen: Im Lesecafé gibt es ab sofort wieder heiße und kalte Getränke sowie Kuchen und kleine Snacks zu kaufen. Gäste können beim Schmökern in den aktuellen Tageszeitungen, Zeitschriften oder Büchern nun wieder einen Cappuccino oder Pfefferminztee schlürfen und dazu frühstücken, Kuchen essen oder einfach einen Schokoriegel genießen – und das zu wirklich erschwinglichen Preisen. Auch eine warme Suppe steht mittags auf der Karte und bei Abendveranstaltung gibt es sogar Wein oder Sekt.

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Oberbürgermeister Claus Kaminsky schaute persönlich vorbei, um den neuen Betreibern zur Eröffnung zu gratulieren und Blumen zu überreichen. „Toll, dass das Café wieder in Betrieb ist. Das ist eine wunderbare Bereicherung für unsere schöne Stadtbibliothek und freut mich sehr“, sagte er und wünschte vom ganzen Herzen viel Erfolg für die Zukunft.

Die neuen Betreiber des Lesecafés firmieren unter dem Namen „Rabe Kollektiv gUG“. Dahinter steckt das Ehepaar Rainer Busch und Beatrix Wehner. Die beiden Frühpensionäre sind schon seit Jahren ehrenamtlich bei der Stadt Hanau aktiv - beispielsweise als Deutschlehrer für Flüchtlinge oder im Seniorenbüro. Als Geschäftsführer der gemeinnützigen Unternehmensgesellschaft haben sie sich „interkulturelle Bildung und Begegnung“ zum Ziel gesetzt hat. „Wir haben viel vor und suchen noch jede Menge Mitstreiterinnen und Mitstreiter“, erklärt Wehner.

Ab Ende November trifft sich regelmäßig eine internationale Frauengruppe unter der Leitung von Sozialarbeiterin Fatima Samura im Lesecafé. „Ab Januar bieten wir dann PC-Training und Beratung für Menschen, die sich bewerben möchten, im Kulturforum an. Das gilt für Flüchtlinge oder Berufsanfänger genauso wie für reifere Menschen, die sich unsicher sind, wie eine moderne Bewerbung heutzutage gestaltet wird“, erläutert Wehner. „Für die Zukunft können wir uns noch viele andere Angebote vorstellen, daher suchen wir Menschen, die ehrenamtlich mitarbeiten und ihr Wissen teilen möchten“, sagt sie. Das Rabe Kollektiv stehe allen Menschen die lernen oder lehren möchten offen.

Da das Rabe Kollektiv kein Verein ist, gibt es keine Mitgliedsbeiträge und jeder, der Interesse habe, könne sich aussuchen, wie lange er oder sie aktiv ist. „Ob eine Woche, ein paar Monate oder kontinuierlich über lange Zeit – alles ist bei uns möglich, denn es gibt keine langfristigen Verpflichtungen!“, erklärt Wehner. Finanziert wird die Bildungsarbeit über das Lesecafé, dessen Einnahmen zu 100 Prozent den gemeinnützigen Zwecken des Kollektiv zukommen, aber auch Spenden sind natürlich willkommen. „Wer uns unterstützen möchte, soll einfach ab und an einen Kaffee bei uns trinken oder eine Kleinigkeit essen, das würde schon sehr helfen“, sagt Wehner.

Das Lesecafé wird von dem rührigen Ehepaar sowie ihren ehrenamtlichen Mitstreitern betrieben. Die Öffnungszeiten sind Di - Fr von 11 - 19 Uhr, Sa von 12 - 17 Uhr. „Über die AQA beiten wir im Lesecafé zwei Halbtagsstellen an, damit sich Menschen wieder für den 1. Arbeitsmarkt qualifizieren können“, erläutern die beiden. Auch ein Praktikum im Lesecafé sei für Interessierte durchaus denkbar. „In jedem Fall soll das Café ein Platz der Begegnung und der Bildung sein und bleiben“, sagt Wehner. Einen Zwang zum Konsumieren gebe es für die Gäste nicht. „Wir vertreiben auch keine Gäste, die eigene Getränke mitführen“, sagt Busch, „das würden wir nur im Notfall tun, wenn uns der Platz für die zahlende Gäste ausgeht. Dann würden wir freundlich bitten doch auf einen anderen Tisch oder eine der Sitzgruppen auszuweichen.“

Die Stadt Hanau unterstützt das „Rabe Lesecafé“ und die gemeinnützige Unternehmensgesellschaft dahingehend, dass sie von den Betreibern keine Miete einfordert und ihnen Räumlichkeiten und Geräte kostenfrei zur Verfügung stellt. Lediglich Nebenkosten fallen an.

Johanniter-Bundesvorstand würdigt Flüchtlingsarbeit in Hanau - Werkräume eingeweiht

„Sie leisten hier großartige Arbeit.“ Mit diesen Worten hat der Bundesvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH), Jörg Lüssem, das Engagement des Regionalverbands Hanau & Main-Kinzig in der Flüchtlingsarbeit gewürdigt. Lüssem besichtigte zusammen mit Landesvorstand Peter Kaimer, dem Flüchtlingsbeauftragten des Landesverbandes, Dr. Karsten Falk, sowie den Regionalvorständen Sven Holzschuh und Karl-Friedrich von Knorre die Hessische Erstaufnahmeeinrichtung Hanau, in der die Johanniter seit gut zwei Jahren als Dienstleister für das Regierungspräsidium Gießen die Betreuung der Geflüchteten übernehmen. Lüssems Besuch fiel zusammen mit der Eröffnung neuer Werkräume, in denen die Schutzsuchenden nun auch handwerkliche Kompetenzen erlernen und weiterentwickeln können.

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„Der Standort Hanau ist eine Vorzeigeeinrichtung mit vielen vorbildlichen Projekten zur Integration“, lobte der Bundesvorstand. Erfahrungen aus Hanau flössen deshalb auch in die bundesweite Flüchtlingsarbeit der Johanniter mit ein. Deshalb hätten sich Vertreter der JUH aus dem gesamten Bundesgebiet im Frühjahr diesen Jahres auch hier getroffen, um sich selber ein Bild von den Konzepten zu machen. „Ihre innovativen Ideen haben sich längst auch bis Berlin herumgesprochen“, bemerkte Lüssem. Für die Hanauer Johanniter war der hochrangige Besuch eine besondere Ehre und eine Anerkennung zum 60. Geburtstag, denn erstmals in der Geschichte des Regionalverbands war ein Bundesvorstand in die Geburtsstadt der Brüder Grimm gekommen.

Da traf es sich bestens, dass Lüssems Besuch genau mit einem weiteren Meilenstein in den Integrationsbemühungen der JUH zusammenfiel: In der ehemaligen „Elementary School“, die die Hessische Erstaufnahmeeinrichtung für Bildung, Betreuung, medizinische Versorgung und Verwaltung nutzt, wurden zwei Werkräume eröffnet. In diesen soll den Geflüchteten künftig auch handwerkliche Bildung ermöglicht werden. Nähen, Basteln oder Arbeiten mit Holz und Metall seien eine sehr sinnvolle Ergänzung der vielfältigen sonstigen Bildungsmöglichkeiten, die die Johanniter in Hanau anböten, bemerkte Lüssem. Er bedankte sich ausdrücklich bei den Hanauer Service-Clubs, die dieses Projekt mit ihrer finanziellen Unterstützung erst ermöglich hatten. Die 13 Hanauer Service-Clubs hatten im vergangenen Jahr unter dem Motto „Gemeinsam für Hanau“ auf dem Weihnachtsmarkt Suppe verkauft und dadurch – ergänzt um weitere Spendengelder – 20.000 Euro generiert. Diese Summe stellten sie für die Einrichtung der Werkräume zur Verfügung.

Der Bundesvorstand konnte so auch hautnah miterleben, was das Besondere an der Flüchtlingsarbeit in Hanau ist – nämlich die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten über die Zuständigkeitsgrenzen hinweg. So haben die Johanniter mehrere Projekte realisiert, bei denen Flüchtlinge aus der Landeserstaufnahmeeinrichtung mit Flüchtlingen aus der kommunalen Gemeinschaftsunterkunft der Stadt Hanau gemeinschaftlich lernen, spielen oder Sport treiben. Auch Lehrer-, Raum- und Finanz-Ressourcen werden immer wieder gemeinsam genutzt. Die konzeptionelle Arbeit des Johanniter-Regionalverbands war 2016 mit drei Integrationspreisen der Stadt Hanau gewürdigt worden. „Hier wird im Sinne der Integration vorbildlich zusammengearbeitet – davon profitieren alle“, lobte auch der Leiter der Abteilung VII „Flüchtlingsangelegenheiten, Erstaufnahmeeinrichtung und Integration“ des Gießener Regierungspräsidiums, Ralf Stettner. „Das hohe Engagement der Johanniter ist absolut bemerkenswert. Und wir übernehmen sehr gerne viele Projekte aus Hanau in unsere anderen Erstaufnahmeeinrichtungen.“

Ein Markenzeichen der Arbeit des RV ist insbesondere die Schulung der Sprachkompetenzen. Lüssem zeigte sich sichtlich angetan von den Ausführungen des Projektkoordinators Dr. Benjamin Bieber, der betonte, dass es in Hanau von Beginn darum gegangen sei, frühzeitig sinnvolle Angebote in diesem Bereich zu machen – und zwar unabhängig von der Herkunft. „Wir wollen niemanden zurücklassen. Wir wollen jedem ein passendes Bildungsangebot machen“, berichtete Bieber beim Rundgang durch die Einrichtung. Lüssem ließ sich dabei auch in direkten Gesprächen mit einigen der rund 60 in der Einrichtung beschäftigten Johanniter erläutern, wie sich das Aufgabenfeld und die Rahmenbedingungen seit der Inbetriebnahme im Oktober 2015 verändert haben. So erfuhr er auch, dass eine der von den Johannitern beschäftigten Lehrerinnen, die bereits vor mehr als 25 Jahren aus Afghanistan nach Deutschland geflohen ist, in einem ihrer Kurse in der Erstaufnahmeeinrichtung plötzlich auf eine junge Frau traf, die sie Anfang der 80er Jahre bereits in Kabul unterrichtet hatte – eine Zufallsgeschichte, wie sie nur das Leben schreiben kann.

Lüssem erfuhr bei seinem Rundgang auch, dass sich neben den hauptamtlichen Kräften auch viele Ehrenamtler der Johanniter seit mehr als zwei Jahren in der Erstaufnahme engagieren. „Den Einsatz der vielen freiwilligen Kräfte kann man gar nicht mehr in Stunden beziffern – er ist herausragend, auch in der Kontinuität“, berichtete Regionalverstand Sven Holzschuh. Er berichtete seinem Bundesvorstand unter anderem, dass die Kleiderkammer seit Eröffnung der Einrichtung bis heute ausschließlich von ehrenamtlichen Helfern betrieben werde. Freiwillige engagierten sich auch in Deutsch-Kursen, bei der Kinderbetreuung oder bei vielfältigen anderen Angeboten zur Freizeitgestaltung.

„Der Besuch von Herrn Lüssem ist eine große Anerkennung für die von allen Kollegen geleistete Arbeit – ob aus Hauptamt oder Ehrenamt“, bilanzierte Holzschuh. „Das kann uns stolz machen und wird Ansporn sein, unsere Bemühungen bei der Integration der Geflüchteten fortzusetzen.“ Der Bundesvorstand bescheinigte den Hanauer Johannitern „sehr viel Herzblut, das spürt man“. Er mahnte an die anwesenden Landesvertreter deshalb auch, dass die Qualität in der Betreuung bei anstehenden Ausschreibungen auch eine gewichtige Rolle spielen müsse. „Wir sollten nie vergessen, dass es hier um Menschen geht. Und die sollten nach den vielen schrecklichen Erfahrungen, die sie zur Flucht veranlasst haben, gut ausgebildete und verlässliche Ansprechpartner vorfinden. An der Betreuung zu sparen, wäre der falsche Weg“, so Lüssem.

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Dank an Ehrenamtler für großartigen Einsatz: Sprachlotsenkurse an den Paul-Gerhardt-Schulen beendet

Der Erwerb der deutschen Sprache stellt einen wichtigen Faktor für die Integration von Geflüchteten in die Gesellschaft dar. Rund zwei Jahre lang bot daher die Hanauer Paul-Gerhardt-Schule (PGS) in Kooperation mit der Evangelischen Allianz Hanau für die in der Gemeinschaftsunterkunft „Sportsfield Housing“ lebenden Menschen Deutschkurse an.

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Das Angebot richtete sich speziell an Eltern, die ihre Kinder zu beaufsichtigen hatten. Ehrenamtliche Sprachlotsen - die meisten von ihnen Lehrkräfte der PGS - leiteten in einem unermüdlichen Einsatz dienstags und donnerstags in der Zeit von 15.30 bis 17 Uhr in den Klassenräumen der PGS den Deutschunterricht in einem der drei je nach Leistungsstand eingeteilten Kurse. Parallel zu den 90-minütigen Deutschkursen bot die Schulgemeinde eine Kinder- und Hausaufgabenbetreuung an. Dadurch wurde es vor allem geflüchteten Frauen mit Kindern ermöglicht, an einem Deutschkurs teilzunehmen. Im Anschluss an den Deutschunterricht fand ab 17 Uhr in der Schulaula ein „Begegnungscafé“ statt, in dem Kontakte geknüpft und auch weiter vertieft werden konnten.

"Auf Grund der rückläufigen Flüchtlingszahlen sind die Sprachlotsenkurse an der Paul-Gerhardt-Schule nun nicht mehr notwendig und wurden eingestellt", erläutert Clemens Mück, der Koordinatior für Sprachkurse für geflüchtete Menschen bei der VHS Hanau. Doch fänden in Hanau nach wie vor zahlreiche Sprachlotsenkurse statt. "Der Bedarf ist immer noch da und wir freuen uns über Menschen, die ehrenamtlich als Sprachlotse tätig sein wollen", erklärt er.

Bei einer feierlichen Veranstaltung in der Hanauer Paul-Gerhard-Schule haben nun Clemens Mück, gemeinsam mit Uwe Triebel, dem Fachbereichsleiter Bildung, Soziale Dienste und Integration der Stadt Hanau sowie Martin Forchheim und Regina Schneider von der PGS-Schulleitung und Bruno Zimmerli von der Evangelischen Allianz Hanau den vielen ehrenamtlichen Sprachlotsen für ihre tatkräftige Unterstützung und ihren großartigen Einsatz in den zurückliegenden zwei Jahren gedankt.

Seit September 2015 ermöglichen ehrenamtliche Sprachlotsinnen und Sprachlotsen in Hanau geflüchteten Menschen einen ersten schnellen Einstieg in den Erwerb der deutschen Sprache und erweisen sich zugleich als Brückenbauer zwischen neuen Einwanderern und dem deutschen Staatssystem. Darüber hinaus sind die ehrenamtlichen Kurse zum Erwerb der Sprachkompetenz Deutsch für geflüchtete Menschen ein Paradebeispiel für die gute Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen und Institutionen in Hanau. Durch die Kooperation des Koordinierungsbüros für Flüchtlinge der Stadt Hanau mit der VHS Hanau, dem Sozialmanagement vor Ort in der Gemeinschaftsunterkunft Hanau und der Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmungen, konnten seit 2015 insgesamt rund 900 geflüchtete Menschen Deutschkurse mit ehrenamtlichen Sprachlotsinnen und Sprachlotsen besuchen.

Wer sich als Sprachlotse / Sprachlotsin für Geflüchtete engagieren möchte, kann Kontakt zu Clemens Mück bei der Volkshochschule Hanau aufnehmen: clemens.mueck@hanau.de

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Erste Diesterweg-Stipendien im Rahmen der Brüder-Grimm-Bildungsoffensive vergeben

Hanauer Kindern, die aufgrund ihrer familiären und sprachlichen Situation ihre Talente und Begabungen nicht vollständig ausschöpfen können, Unterstützung bieten – das ist das Ziel des Diesterweg-Stipendiums, das die Stadt Hanau im Rahmen der Brüder-Grimm-Bildungsoffensive ins Leben gerufen hat. Jetzt wurden die ersten elf Stipendiaten und ihre Familien im Roten Saal von Schloss Philippsruhe begrüßt.

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Nicolina aus Kroatien möchte Lehrerin werden, Farima aus Afghanistan möchte Polizistin werden und Gamila aus Somalia möchte Ärztin werden und Menschenleben retten. Alle drei Kinder sind aufgeweckte Viertklässler mit großen Träumen und Zielen - und sie gehen in Hanau zur Schule. Alle drei haben großes Potential. Damit sie dieses auch ausschöpfen und ihre Ziele verwirklichen können, wurde Anfang des Jahres die Brüder-Grimm-Bildungsoffensive mit dem Hanauer Diesterweg-Stipendium für Kinder und ihre Eltern ins Leben gerufen. Schirmherr ist Oberbürgermeister Claus Kaminsky.

Das Ziel des Diesterweg-Stipendiums basiert auf der Leitidee von Adolph Diesterweg, dem bedeutenden Frankfurter Pädagogen und Zeitgenossen der Brüder Grimm: „Jeder soll nach seiner Fähigkeit und Begabung (…) wenn es sein kann, in den Himmel wachsen.“ Diesterweg ist nicht nur Namenspatron des Bildungsstipendiums, sondern war auch Gründungsmitglied der Polytechnischen Gesellschaft e.V. in Frankfurt, deren jüngste Stiftung 2008 das Konzept von Deutschlands erstem Familienbildungsstipendium entwickelte.

Das Stipendium – finanziert durch Spenden und getragen von der Stadt und bürgerschaftlichem Engagement – soll Hanauer Kindern, die aufgrund ihrer familiären und sprachlichen Situation ihre Talente und Begabungen nicht vollständig ausschöpfen können, wegweisende Unterstützung bieten und Bildungsförderung eröffnen. „Damit diese Hanauer Kinder ihre Begabungen und sprachlichen Kompetenzen entfalten und weiterentwickeln können, sollen mit Hilfe des Diesterweg-Stipendiums nach Frankfurter Vorbild nicht nur sie, sondern auch ihre Eltern und Geschwister in besonderer Weise in ihrer Bildung und gesamten gesellschaftlichen Teilhabe gestärkt werden“, erläutert Hanaus Bürgermeister und Bildungsdezernent Axel Weiss-Thiel, der jetzt die ersten elf Stipendiaten und ihre Familien im Roten Saal von Schloss Philippsruhe begrüßte.

Die Mädchen und Jungen, die in den nächsten zwei Jahren vom Stipendium und der Bildungsoffensive profitieren werden, besuchen die vierte Klasse und stammen von sechs Hanauer Grundschulen mit besonders hohem Zuwandereranteil: Anne-Frank-Schule, Brüder-Grimm-Schule, Gebeschusschule, Robinsonschule, Heinrich-Heine-Schule und Pestalozzischule. Ihre Herkunftsländer sind Afghanistan, Syrien, Rumänien, Türkei, Somalia, Kosovo, Irak, Marokko und Kroatien. Vorgeschlagen wurden sie von ihren Klassenlehrerinnen und -lehrern, die in ihnen ein besonderes Potential entdeckt haben. Ein Gremium entschied ob das Stipendium zugeteilt wird.

„Zukünftig sollen noch mehr Kinder und Familien die Möglichkeit erhalten, vom Diesterweg-Stipendium im Rahmen der Brüder-Grimm-Bildungsoffensive zu profitieren“, versprach Bürgermeister Axel Weiss-Thiel. Ziel der Initiatoren sei es, diesen Teilnehmerkreis mit sicher zunehmendem finanziellem Engagement der Hanauer Stadtgesellschaft auf weitere Schulen auszudehnen. „Bereits jetzt profitieren ganze Schulklassen von der Brüder-Grimm-Bildungsoffensive der Stadt Hanau, denn auch sie erhalten die Möglichkeit - gemeinsam mit den Stipendiaten - außerschulische Lernorte zu besuchen“, erläuterte Weiss-Thiel.

„Das besondere am Diesterweg-Stipendium ist die Einbindung der Eltern und Geschwister. Sie bringt die integrationsstärkende Gelegenheit, diese Familien aus verschiedenen Kulturkreisen und Lebenszusammenhängen miteinander in Kontakt zu bringen und zugleich die Geschwister der Stipendiaten von Anfang an in die verschiedenen Familienaktivitäten einzubinden und dadurch ebenfalls zu fördern“, erläutert Anne-Dorothea Stübing, Vorsitzende des Präventionsrats und Vorsitzende des Ausschusses Kultur, Schule, Sport. Sie kreierte nicht nur den Begriff der Brüder-Grimm-Bildungsoffensive, sondern ist auch maßgeblich an der Konzeption und Umsetzung der Fördermaßnahme beteiligt.

Finanziert wird die Anfangsphase des Projekts durch die Berenbrok-Winterstein-Stiftung. Zu den Sponsoren zählt zudem der Lions Club Hanau Schloss Philippsruhe e.V., sowie die Service-Clubs der Stadt Hanau, die die Erlöse der diesjährigen Weihnachtsmarkt-Suppenküche für die Brüder-Grimm-Bildungsoffensive spenden wollen. „Wir hoffen auf weitere langfristige Unterstützung durch Stiftungen und Unternehmen vor Ort“, sagt Weiss-Thiel, „da wir beabsichtigen die Brüder-Grimm-Bildungsoffensive vorrangig als bürgerschaftlich finanziertes Projekt zu realisieren.

"Mit Hanau ist das Diesterweg-Stipendium in der vierten hessischen Stadt angekommen – in einer Stadt, die dank der Brüder Grimm und ihrer Verdienste geradezu prädestiniert für ein Familien- und Sprachstipendium ist. Durch den Einsatz des Hanauer Trägernetzwerks kann das Diesterweg-Stipendium nun an zehn deutschen Standorten angeboten werden, und bald werden wir bundesweit 1.500 Personen aufgenommen haben. Es macht mich glücklich zu sehen, wie sich das Projekt seit seiner Gründung verbreitet hat!", sagt Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt, Vorsitzender des Vorstandes der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main.

Im Rahmen des Diesterweg-Stipendiums erhalten einzelne Schülerinnen und Schüler mit gutem Leistungspotenzial vielfältige Förderung vor dem Übergang von der 4. Klasse zur weiterführenden Schule. Die Förderung setzt sich in der ersten Phase des Besuchs der 5. Klasse fort und kann sich auch nach Bedarf – auf den weiteren Verlauf der 5. Klasse erstrecken.

Mögliche sprachliche, soziale, kulturelle oder familiäre Gründe sollen so keinen Hinderungsgrund mehr darstellen, dass die Kinder ihre Potenziale nicht entfalten können. Wissen und Kompetenzen der beteiligten Schülerinnen und Schüler sollen in besonderem Maße gefestigt und erweitert werden. Auch eine zusätzliche Unterstützung im Bereich von ‚Deutsch als Zweitsprache‘ ist vorgesehen. Zudem werden die Eltern und Geschwister der Stipendiaten mit ihren unterschiedlichen Ressourcen und Potenzialen in ein breitgefächertes Bildungsprogramm eingebunden und in ihren Kompetenzen gestärkt.

Eine Auswahlkommission bestehend aus Bürgermeister Axel Weiss-Thiel, Dr. Ingo Wiedemeier (Vorstandsvorsitzender Sparkasse Hanau), Anne-Dorothea Stübing (Vorsitzende Präventionsrat Hanau), Erika Ries (ehem. Leiterin Eichendorff-Schule), Andrea Knips-Profeld (Leiterin Jugendamt der Stadt Hanau) entschied darüber, welches Kind in das Programm aufgenommen wurde.

Eine Lenkungsgruppe kümmert sich um Organisation und Umsetzung der Maßnahmen. Zu ihr zählen Anne-Dorothea Stübing, Andrea Knips-Profeld, Matthias Skotnik (Sprungbrett e. V.), Judith Baumbach (Staatliches Schulamt), Andrea Pillmann (Koordinatorin ‚Kinderfreundliche Kommune Hanau‘ und Leiterin der Stabsstelle Prävention, Sicherheit und Sauberkeit), Frank Bornmann (Leiter des Schulverwaltungsamt Hanau) und die Projektleiterin der Brüder-Grimm-Bildungsoffensive, Cindy Gresselmeyer.

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Neues Angebot für Geflüchtete in Sportsfield Housing

Hilfe zur Selbsthilfe – das steht im Mittelpunkt eines neuen Angebots in der städtischen Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge auf Sportsfield Housing. Die Stadt Hanau und der Internationale Bund (IB), der vor Ort im Auftrag der Stadt die Sozialarbeit übernommen hat, bieten seit kurzem gemeinsam Online-Kurse an. Grundlage für das neue Angebot ist das Bildungsprogramm „Project Reconnect“, in dessen Rahmen „Google.org“ und die gemeinnützige Initiative „NetHope“ technisches Equipmentfür die Flüchtlingshilfe zur Verfügung gestellt haben.

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„Das neue Angebot ist ein weiterer wichtiger Baustein in unseren Integrationsangeboten“, sagt Bürgermeister und Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel. Er bedankt sich insbesondere beim Internationalen Bund, der sich erfolgreich um die Aufnahme in das Bildungsprojekt beworben hatte und das Equipment nun in der städtischen Einrichtung zur Verfügung stellt. Konkret geht es um sogenannte Chromebooks, webbasierte Laptops, die das Betriebssystem Chrome OS verwenden und den Benutzern unkomplizierten Zugang zum Internet ermöglichen. Bundesweit haben „NetHope“ und „Google.org“ 25.000 dieser Geräte für die Flüchtlingsarbeit zur Verfügung gestellt.

Unter Anleitung können sich die Geflüchteten nun auch in Sportsfield Housing eigenständig auf die Suche nach Informationen machen. Das Hauptaugenmerk wird dabei auf die Wohnungssuche und die Erstellung von Bewerbungsunterlagen gelegt. Haupt- und ehrenamtliche Kräfte geben zu diesen Themen Tipps und helfen dabei, sich im Internet zurecht zu finden. Denn Kernzielgruppe des neuen Angebots sind zunächst Menschen, die bislang wenig oder gar keine Erfahrung im Umgang mit dem Internet hatten. An den ersten Terminen nahmen deshalb vor allem Frauen und Kinder teil.

In den nächsten Wochen soll das Angebot sukzessive ausgebaut werden. Dafür werden noch ehrenamtliche Kräfte gesucht, die Lust und Zeit haben, regelmäßig Gruppen zu begleiten. Interessierte können sich telefonisch unter 06181/295-1944 oder per E-Mail an die Adresse hanauengagiert@hanau.de wenden.

Die Theatergruppe des Bürgervereins Soziales Erlensee tritt am 27. September im Kulturforum Hanau auf.

Die Theatergruppe des Bürgervereins Soziales Erlensee tritt am 27. September im Kulturforum Hanau auf.

Die Vielfalt der Kulturen dokumentieren

Eine vielfältige Gesellschaft sei in Hanau schon lange gelebte Realität, das Bemühen um ein friedliches Miteinander Konsens in der Stadtgesellschaft, betont Bürgermeister Axel Weiss-Thiel. „Die interkulturelle Woche trägt dazu bei, dieses Wir-Gefühl zu festigen und weiterzuentwickeln.“ Mehr als 16 Vereine, Initiativen, Kirchengemeinden und Institutionen organisieren vom 20. bis 30. September ein buntes Programm unter dem Motto „Hanau lebt Vielfalt“.

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In der interkulturellen Woche bieten sich viele Gelegenheiten, über gesellschaftliche, politische und religiöse Themen ins Gespräch zu kommen. „In Begegnungen, sei es beim Fotografieren, Essen, Spielen, Tanzen, Musizieren oder Diskutieren, .können sich Menschen kennen und verstehen lernen und mögliche Vorurteile sogar abbauen“, so Axel Weiss-Thiel. „Vielfalt bereichert nicht nur das Programm der interkulturellen Woche, sondern unsere Stadtgesellschaft als Ganzes. Vielfalt muss aber auch aktiv gestaltet werden, damit sie positiv wirken kann!“ Das Engagement der Veranstalter, viele davon aus dem ehrenamtlichen Bereich, zeige „wie wichtig unseren Bürgerinnen und Bürgern bei aller Verschiedenheit der Austausch zwischen den Kulturen ist“.

Unter dem Motto „Wir sind Hanau“ wird am 20. September, um 18.30 Uhr eine Fotoausstellung der Initiative „Menschen in Hanau“ in der Sparkasse Hanau eröffnet. Die Gruppe, die sich im Rahmen des städtischen Modellprojekts Inklusion gegründet hat, schöpft dafür aus den Aufnahmen, die bei der Fotoaktion im November 2016 im Neustädter Rathaus entstanden sind. „Menschen in Hanau“ sind auch die Organisatoren eines dreiteiligen Foto-Workshops“ (21., 24. und 25. September). Junge Leute sind aufgerufen, gemeinsam mit der Gruppe ihre Lieblingsorte in Hanau zu fotografieren. Ziel ist, daraus einen Foto-Kalender zu gestalten.

Die Stadtbibliothek bittet vom 24. bis 30. September um internationale „Wortgeschenke“ - Redensarten, die in der Familie oft gesagt wurden. Diese Sätze sollten in der Muttersprache geschrieben und möglichst ins Deutsche übersetzt werden. Mitarbeitende der Stadtbibliothek helfen dabei. Die Wortgeschenke werden während der Interkulturellen Woche vor Ort ausgestellt.

Zu einem internationalen Mitbring-Brunch lädt das Team des Mehrgenerationenhauses Fallbach für den 24. September, 11 bis 14 Uhr, ein. Durch den „Dschungel der Institutionen“ führt die Familienbildung der Stiftung Lichtblick am 25. September. In einem Workshop (9.30 bis 12.30 Uhr) sind vor allem Migrantinnen eingeladen, sich über die Erfahrungen im Umgang mit Behörden in ihren Herkunftsländern und Erwartungen an deutsche Institutionen auszutauschen.

Katholische und muslimische Frauen im Lamboy wollen am 26. September, 10.30 bis 12.30 Uhr, im Nachbarschaftshaus Lamboy Tümpelgarten zur religiösen Verständigung beitragen. Bei Kaffee, Tee und Kuchen reden sie am Beispiel Abrahams über Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Religionen. „Braucht der Islam eine Reformation?“ Die Ahmadiyya Jugend Hanau lädt für den 27. September, 18 Uhr, in die Bait ul Whaid Mosche ein, um mit Muslimen und anderen Interessierten Antworten auf diese Frage zu finden. Zu einer kritischen Auseinandersetzung über Essgewohnheiten, Konsumverhalten und die kulturelle Unterschiede laden die katholische und evangelische Kirche für den 27. September, 19 bis 21 Uhr, in das Pfarrheim Heilig Geist ein. Impulse für die Diskussion geben Pfarrer Helmut Törner-Roos, Beauftragter für den kirchlichen Entwicklungsdienst der evangelischen Kirchen in Hessen und ein Vertreter der katholischen Landjugendbewegung Fulda.

Mit dem Theaterstück „Verkehrte Welt“ ist der Bürgerverein Soziales Erlensee am 27. September, 19.30 Uhr, im Kulturforum Hanau zu Gast. Geflüchtete Kinder und Jugendliche verarbeiten dabei ihre Fluchterfahrungen. Die Aufführung ist Teil des Bundesprojekts „Kultur macht stark“. Mit Spielen aus aller Welt vergnügen sich Eltern und Kinder am 28. September, 15 bis 17 Uhr, beim Verein Sprungbrett im Lamboy. Veranstalterinnen sind die Stadtteilmütter. Internationale kulinarische Begegnungen finden am 29. September, 14 bis 17 Uhr, im Lamboypark statt. Den Begegnungsnachmittag gestalten Frauen aus der Gartengruppe des Lamboyladens, der Pfarrei Heilig Geist und dem Lamboypark.

Afghanische Rapper und Hip Hopper, die Gruppe JJAZ, eine Flüchtlings Big Band, syrische Flüchtlinge und eine interkulturelle Trommelgruppe treten am 29. September, 18 Uhr, im Jugendbildungs- und Kulturzentrum Hans Böckler auf. Ein afrikanischer Trommelworkshop der Volkshochschule findet am 30. September, 13 bis 16 Uhr, in der Tümpelgartenschule am Ulanenplatz statt. Der Film „Herzstein“ wird am 29. September, 20 Uhr, im Kulturforum im Rahmen der „Queerfilmnacht“ gezeigt. Queer ist ein Verein, der gleichgeschlechtlich lebende Menschen vertritt.

Mit einem Kulturfest in der Lindenauhalle am 30. September, 19 Uhr, endet die interkulturelle Woche. Der Kultur- und Sportverein Bosnien Herzegowina bietet Musik, Tanz und Gesang aus verschiedenen Kulturen. Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Nationen aus der Lindenausschule Großauheim beteiligen sich mit einer Performance an dem Fest. „Verwirrung - Entwirrung - Entwicklung" ist ein Gemeinschaftsprojekt aus den Fachbereichen Sport, Darstellendes Spiel und Deutsch.

Nähere Informationen zum Programm der interkulturellen Woche in Hanau gibt es hier: [www.interkulturelle-woche.hanau.de]1

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„Neue Heimat – The taste of Heimat": Kostenfreies Bildungsangebot der VHS

Die VHS Hanau bietet in Kooperation mit der Jugendkunstschule der Stadt HGanau, dem Behinderten-Werk Main-Kinzig und der AIDS-Hilfe Hanau das Bildungsangebot „Neue Heimat – The taste of Heimat“ an. Das Angebot richtet sich an geflüchtete junge Erwachsene zwischen 18 und 26 Jahren, die nicht mehr zur Schule gehen und nicht an Maßnahmen mit Förderung aus dem SGB teilnehmen. Es läuft vom 25. September bis 3. November, montags bis freitags von 9.30 bis 16.30 Uhr.

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Die Teilnehmenden erleben ein sechswöchiges abwechslungsreiches Programm, das ihnen die Möglichkeit bietet, sich mit der neuen Umgebung in vielerlei Hinsicht auseinander zu setzen. Dazu gehören zum Beispiel Kreativangebote, Deutschförderung, Angebote der Gesundheitsprävention, Werkstattbesuche und gemeinsames Kochen. Das umfangreiche Programm wird in Zusammenarbeit mit dem Behindertenwerk Main-Kinzig, der Jugendkunstschule, der AIDS-Hilfe unter Federführung der VHS realisiert. Die Teilnahme ist kostenfrei.

„Neue Heimat – The taste of Heimat“ wird finanziert aus dem Förderprogramm „talentCAMPus“ des BMBF. Noch sind Plätze frei. Interessenten können sich bei der VHS melden per E-Mail an fit@vhs-hanau.de oder unter Telefon 06181 /9238027.

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Engagierte Paten treffen sich zum Erfahrungsaustausch

Seit 2016 beteiligt sich das Hanauer Seniorenbüro an dem Bundesprogramm Menschen stärken Menschen mit dem Projekt „Alt für Jung Patenschaften- Seniorenbüros unterstützen Geflüchtete“. Im Rahmen dieses Projektes entstanden mehr als 25 Patenschaften. Jetzt haben sich die engagierten Paten zu einem Erfahrungsaustausch getroffen.

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Im Rahmen des Projekts wurden Kontakttreffen mit geflüchteten Menschen organisiert, soziale Stadterkundungen durchgeführt, die Hochbeete auf dem Sportsfield entstanden, ein Sommerfest durchgeführt, der Besuch des Weihnachtszirkus in Steinheim organisiert, Sitzmöbel aus Paletten wurden gebaut und das Projekt Kunst ohne Grenzen auf den Weg gebracht. 20 Projektstandorte aus ganz Deutschland konnten sich im Juni dieses Jahres einen Überblick über den Projektstandort Hanau verschaffen und waren beeindruckt, was hier die engagierten Patinnen und Paten aufgebaut haben.

Die Engagierten unterstützen die Menschen bei Behördengängen und Behördenschreiben, bei der Wohnungssuche, unterstützen bei Asylanträgen und Widersprüchen, stellen Kontakte zu Beratungsstellen her, begleiten zur Ausländerbehörde, unterstützen bei der Suche nach Kitaplätzen, Vermittlung von Praktika und Sprachkursen und lassen sie zum Teil an ihrem privaten Leben teilhaben und verbringen Freizeit mit den geflüchteten Menschen. Dies sind gemeinsame Essen, ein Wochenende zum Zelten oder der Besuch eines Fußballspiels um nur einige Beispiel zu nennen.

„Das Engagement der Patinnen und Paten und der engagierten Menschen in der Stadt ist beeindruckend und vorbildlich. Es trägt maßgeblich dazu bei, dass das Miteinander der Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen unterstützt und gefördert wird. Ich bin sehr stolz darauf, dass Hanau sich zu einer ‚Ankommensstadt‘ entwickelt, was ohne das Engagement der Menschen nicht möglich wäre“, so Bürgermeister und Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel

Beim jüngsten Austausch trafen sich 17 Patinnen und Paten bei einem gemeinsamen Essen und berichteten von ihren Projekten und Patenschaften. Was läuft gut? Wo wird Unterstützung benötigt? Welche Fortbildungen gibt es? Iris Fuchs, Leiterin der Freiwilligenagentur, informierte an diesem Abend zudem über den Freiwilligentag mit dem Ziel, bei den „Patenkindern“ für eine Teilnahme zu werben.

„Der regelmäßige Austausch durch anerkennende und wertschätzende Treffen zu den engagierten Menschen ist uns sehr wichtig um im direkten Kontakt und Austausch zu bleiben. Nur wenn wir wissen wo es hakt, welchen Hindernissen begegnen die engagierten Menschen, wo wird Unterstützung benötigt, können wir das Engagement der Menschen unterstützen und fördern“, so Barbara Heddendorp vom Seniorenbüro.

Das nächste Austauschtreffen findet am 19. Oktober um 10 Uhr im Brockenhaus , Lamboystraße 52, 63452 Hanau, statt.

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Feierstunde für städtische Nachwuchskräfte: „Bleiben Sie engagiert“

Die drei städtischen Nachwuchskräfte des Ausbildungslehrgangs 2014 bis 2017 wurden jetzt von Oberbürgermeister Claus Kaminsky im blauen Saal von Schloss Philippsruhe feierlich ins Berufsleben verabschiedet. Alle drei hatten sich im Rahmen der Flüchtlingskrise besonders engagiert.

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Veronika Demar und Alexandra Erb, die eine Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte absolviert haben, und Theo Bock, der ein duales Studium als Bachelor of Arts in allgemeiner Verwaltung abgeschlossen hat, werden von der Stadt Hanau übernommen und erhalten eine Festanstellung. „Ihre durchweg guten Leistungen haben uns die Entscheidung leicht gemacht“, lobte der OB.

Insbesondere hob Kaminsky den Einsatz der Nachwuchskräfte im Rahmen der Flüchtlingskrise hervor: „Der plötzliche Zustrom von Flüchtlingen verbunden mit dem Aufbau einer Notunterkunft, der Einrichtung des Koordinationsbüros Flüchtlinge sowie dem anschließenden Aufbau und der Einrichtung der Erstaufnahmeeinrichtung hat die Stadt vor große Aufgaben gestellt. Sie alle haben sich hier hoch motiviert und engagiert auch eingebracht! Für die Unterstützung in dieser außergewöhnlichen Situation gebührt Ihnen großer Respekt und unser herzlicher Dank!“

Kaminsky bat die Nachwuchskräfte sich auch bei der Arbeit und privat weiter so engagiert und interessiert wie bisher für die Gesellschaft einzubringen! „Das Wachstum der Stadt wird Sie auch weiterhin vor spannende Aufgaben stellen“, betonte der Oberbürgermeister. Nach weiteren kurzen Ansprachen der Ausbilderin und des Personalrates erhielten die Nachwuchskräfte ihre Zeugnisse aus der Hand des Oberbürgermeisters sowie kleine Präsente und beste Wünsche für ihre Zukunft als Nachwuchskräfte bei der Stadt Hanau.

Das (Archiv-)Foto zeigt den Integrationslotsen Karl-Heinz Leister bei der Beratung eines Flüchtlings. Die ehrenamtlichen Kräfte werden bei dem neuen Angebot eine wesentliche Rolle spielen.

Das (Archiv-)Foto zeigt den Integrationslotsen Karl-Heinz Leister bei der Beratung eines Flüchtlings. Die ehrenamtlichen Kräfte werden bei dem neuen Angebot eine wesentliche Rolle spielen.

Neues Beratungsangebot für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund

Nachhaltige Strukturen schaffen, die bestehenden Angebote miteinander vernetzen und Zugangsbarrieren abbauen – das sind die Kernpunkte der Umstrukturierungen in der Abteilung „Integration und Inklusion“ der Stadt Hanau, die zum 1. September greifen. Im Fokus steht dabei die Arbeit mit Migranten und Flüchtlingen – und hier insbesondere mit Kindern und Jugendlichen. „Mit den neuen Strukturen wollen wir alle Maßnahmen und Projekte in einer Integrationskette zusammenführen und den Menschen mit Migrationshintergrund so die Teilhabe an der städtischen Gesellschaft erleichtern“, erläutert Bürgermeister und Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel.

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Basierend auf einem Grundsatzbeschluss der Stadtverordnetenversammlung zum Integrationskonzept mit dem Titel „Vielfalt.Leben.Hanau. Lebenswege und Leitlinien“ aus dem Jahr 2011 wurde im Fachbereich 5 Soziale Dienste, Bildung und Integration vor rund fünf Jahren die Abteilung „Integration und Inklusion“ eingerichtet. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle im Winter 2015/2016 wurden verschiedene Aufgaben in das neu geschaffene Koordinationsbüro überführt. „Jetzt wollen wir diese beiden Welten, die sehr ähnliche Ziele verfolgen, wieder zusammenführen“, erklärt Weiss-Thiel, denn die Erstversorgung der Schutzsuchenden und das Heranführen an die neue Heimat stünden inzwischen nicht mehr im Mittelpunkt.

Begünstigt worden ist die Neuausrichtung der Abteilung durch die Ausweitung des Landesprogramms WIR, dem Nachfolger der Modellregion Integration. Seit 2014 fördert das Land Hessen in diesem Programm Integrationsmaßnahmen. Erst seit diesem Jahr dürfen die Mittel aber auch für die Flüchtlingsarbeit eingesetzt werden. „Unter dem Motto ‚WIR für alle‘ werden wir die Arbeit aller Beteiligten nun zusammenführen“, so Weiss-Thiel. Vom hessischen Sozialministerium ist der Stadt Hanau dafür die Stelle des sogenannten „WIR-Fallmanagers“ bewilligt worden. Diese bekleidet Andres Jäger, der bislang im Koordinationsbüro für Flüchtlinge eingesetzt worden ist. Er soll die dort verbliebenen Aufgaben weiterführen und sie in Zusammenarbeit mit den WIR-Koordinatorinnen mit den bestehenden Angeboten der Fachabteilung „Integration und Inklusion“ verzahnen.

Eine Kernaufgabe des WIR-Fallmanagers ist es, als Vermittler zu agieren. „Wir haben festgestellt, dass es viele Angebote von Vereinen und Institutionen gibt, Flüchtlinge und Migranten diese aber oftmals nicht finden“, beschreibt Jäger die Ausgangslage. Gerade die Vereine seien aber ein Schlüssel zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und damit zur Integration. Somit profitierten am Ende alle davon, wenn es eine zielgerechte Vermittlung in diesem Bereich gäbe. Deshalb wird es regelmäßige Sprechstunden geben – zunächst mittwochs von 13 bis 15 Uhr in der Gemeinschaftsunterkunft auf Sportsfield Housing (erstmals am 6. September) und montags von 16 bis 18 Uhr im Kulturforum (erstmals am 11. September). Dort können sich Migranten und Flüchtlinge über die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung beraten lassen. „Wir konzentrieren uns dabei erstmal auf Kinder und Jugendliche“, sagt Jäger. Ob Hausaufgabenhilfe, ein Instrument lernen oder einer Sportart nachgehen – in den Sprechstunden sollen die passenden Anlaufstellen aufgezeigt und der Kontakt hergestellt werden. Auch neue Angebote sind bereits in Planung, so zum Beispiel gemeinsame Ausflüge, Besuche von Museen oder Projekte zur politischen Bildung. Informationsveranstaltungen zur demokratischen Grundordnung in Deutschland stehen dabei ebenso auf der Agenda wie der Besuch einer Stadtverordnetensitzung oder einer Debatte im Hessischen Landtag.

Unterstützt werden die hauptamtlichen Kräfte dabei von ehrenamtlichen Helfern. Von der Stadt ausgebildete Integrationslotsen werden nicht nur dabei unterstützen, die passenden Angebote zu vermitteln, sondern die Kinder und Jugendlichen bei Bedarf auch zu den ersten Zusammentreffen mit den Vereinen begleiten. Eine engagierte Gruppe um Patrizia Kreisler und Karl-Heinz Leister war eng eingebunden in die Entwicklung des neuen Angebots. „Wir sind sehr froh darüber, dass es nach wie vor viele ehrenamtliche Kräfte gibt, die sich im Bereich der Integration engagieren“, so Weiss-Thiel.

Institutionen, die ihr Angebot bekannt machen wollen, oder an ehrenamtlicher Mitarbeit Interessierte können sich via E-Mail an hanauengagiert@hanau.de oder unter der Telefonnummer 06181/295-1944 melden.

Projekt "Ankunftsstadt" stellt sich vor

„Was macht Hanau zu einer Ankunftsstadt?“ Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Infostands auf dem Internationalen Freundschaftsfest im Garten des Olof-Palme-Hauses.  Die Stadt Hanau und die NH ProjektStadt stellten dabei das Projekt „Ankunftsstadt Hanau. Quartiere gemeinsam gestalten“ vor, mit dem sie als einer von zehn Standorten in Deutschland in das Förderprogramm „Stadtentwicklung und Integration“ der Nationalen Stadtentwicklungspolitik aufgenommen worden sind.

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Im Rahmen des Förderprogramms werden beispielhafte Projekte gesucht, die sich strategisch mit der Integration von Zugewanderten als zukunftsweisende Aufgabe für die integrierte Stadtentwicklung befassen. Das Projekt läuft drei Jahre lang. Mit dem Begriff „Ankunftsstadt“ sind jene Stadtviertel gemeint, in denen sich Zugewanderte in einer Stadt zunächst niederlassen. Entscheidend ist es, Strukturen und Bedingungen zu schaffen, die es Zugewanderten schnell ermöglichen, Teil der Stadtgesellschaft zu werden und sozial aufzusteigen.

Die Stadt Hanau möchte dieses Ziel mit der Erstellung eines integrierten Handlungskonzeptes unterstützen. In Zusammenarbeit mit der NH ProjektStadt entwickelt sie ein Konzept, das als bundesweites Pilotkonzept auch Vorbild für andere Kommunen sein soll. Im Hinblick auf die derzeitige Situation in Hanau liegt das Augenmerk vor allem auf dem Sportsfield-Areal und den dort lebenden Geflüchteten. Eine erfolgreiche Weiterentwicklung von Ankunftsorten setzt aber auch voraus, dass die Bedarfe der Gesamtstadt sowie der schon lange in Hanau lebenden Bevölkerung Berücksichtigung finden.

Beim Freundschaftsfest des Ausländerbeirates stand deshalb der Austausch im Vordergrund. Das Interesse an dem Projekt war bei allen Altersgruppen groß, und viele Personen berichteten, aus welchen Gründen sie nach Hanau kamen und wie sie hier eine (neue) Heimat gefunden haben. Auf einer Karte konnten alle ihren Wohnort und ihre Herkunftsort festhalten.

Mit einem Videodreh und einer Postkarten-Befragung wurden außerdem viele persönliche Meinungen festgehalten, was eine Ankunftsstadt ausmacht, was sich Menschen konkret wünschen und wie Integration gelingen kann. Aus der Bevölkerung und auch von verschiedenen lokalen Akteuren, etwa der Stadtverwaltung und Politik, der Polizei oder der Vereine und Ehrenamtlichen wurde ein positives Bild für Hanau als offene Stadt gezeichnet, die gezielt an der Integration arbeite. Fotos: Marc Strohfeldt

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Land Hessen würdigt die Lotsen-Arbeit von Patrizia Kreisler

Umrahmt von einem bunten Kulturprogramm hat der Bevollmächtigte für Integration und Antidiskriminierung, Staatssekretär Jo Dreiseitel, ehrenamtlich tätige Integrationslotsinnen und Integrationslotsen für ihr gesellschaftliches Bürgerengagement im Biebricher Schloss in Wiesbaden gewürdigt – darunter auch die Hanauerin Patrizia Kreisler, die sich seit rund zwei Jahren in vielfältiger Weise für die Flüchtlinge engagiert.

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„Der hessische Integrationslotsenansatz hat sich seit über zehn Jahren bewährt. Wir unterstützen Menschen“, erläuterte Dreiseitel, „die ihre persönlichen Erfahrungen und ihre Sprachkompetenzen dafür einsetzen, Zugewanderten eine Brücke in unsere Gesellschaft zu bauen, und die ihnen dabei helfen, bei uns heimisch zu werden. Die aktiven Integrationslotsinnen und -lotsen erfahren durch diesen festlichen Rahmen eine besondere Würdigung ihrer ehrenamtlichen Arbeit, die sie bestärkt.“

Geehrt wurde in der hessischen Landeshauptstadt auch Patrizia Kreisler aus Hanau. Als ehrenamtliche Integrationslotsin kümmert sie sich seit Dezember 2015 aktiv darum, dass sich Migranten schnell in Hanau zurecht finden. Sie begleitet die Migranten bei Behördengängen und sonstigen Wegen in der Stadt, besucht mit ihnen kulturelle Veranstaltungen und ist im außerordentlichen Maß im Dialog mit verschiedenen gesellschaftlichen Institutionen aktiv. Kreisler ist zudem seit über einem Jahr aktive Sprachlotsin bei der VHS Hanau und erteilt Geflüchteten ehrenamtlich Deutschkurse.

Bereits im September und Oktober 2015 hat sich die Hanauerin in der damaligen Notunterkunft in der August-Schärttner-Halle in Tages- und Nachteinsätzen um Flüchtlinge gekümmert. „Das Engagement von Patrizia Kreisler geht weiter über das normale Maß hinaus, sie ist ein wichtiges Bindungsglied zwischen der Stadt und den Migranten, ist aber auch für andere Lotsen stets ansprechbar“, hieß es in der Würdigung. „Sie motiviert andere Lotsen, hat ein hohes Maß an Sozialkompetenz und ist für viele Migranten erster Ansprechpartner für Fragen, Sorgen und Nöte.“ Mit Ihrer ruhigen, freundlichen und kompetenten Art sei sie bis zum heutigen Tag wichtiger und wertvoller Ansprechpartner für die Stadt Hanau.

Seit 2017 arbeiten ehrenamtliche Integrationslotsinnen und -lotsen auch mit Geflüchteten in den Kommunen. Dies ist möglich, da die Hessische Landesregierung das Landesprogramm WIR von 4,6 Millionen Euro auf 8,85 Millionen Euro in 2017 erhöht hat. Davon profitiert auch der Integrationslotsenbereich, der ein wichtiger Schwerpunkt hessischer Integrationspolitik im Landesprogramm WIR ist.

Dreiseitel dankt auch den Hauptamtlichen in den Vereinen, Kommunen und Kreisen – als wichtige Partner in der Integrationslotsenarbeit. Neben der afrikanischen Trommelmusik von Modou Seck gehörte auch ein Auftritt der Comedian Idil Nuna Baydar zu den Höhepunkten des Programms.

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Seniorenbüro organisiert Kunst-Projekt für Geflüchtete

Kunst ohne Grenzen – unter diesem Motto steht ein kreatives Projekt, das im Rahmen des Bundesprojektes „Alt für Jung Patenschaften - Seniorenbüros unterstützen Geflüchtete“ gerade in Hanau begonnen hat. Das Projekt greift auf, dass sich in vielen Gesprächen immer wieder herausgestellt hat, dass viele Frauen unter der Geflüchteten in ihrer Heimat gemalt und gezeichnet haben, eigene Schnitte für Kleidung entwerfen können oder das kunstvolle Handwerk der Kalligrafie beherrschen.

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Mit dem neuen Angebot soll dieses kreative Potential die Chance zur Entfaltung bekommen. „Uns liegt es am Herzen, mit dem Projekt ‚Kunst ohne Grenzen‘ ein Angebot für Frauen zu schaffen, das ihnen die Möglichkeit gibt, sich künstlerisch-visuell auszudrücken“, beschreibt Barbara Heddendorp vom Seniorenbüro Hanau die Zielsetzung. Zudem kommen die Frauen aus ganz unterschiedlichen Herkunftsländern über das gemeinsame Malen, Zeichnen und Gestalten ins Gespräch, lernen sich kennen und neue Kontakte können entstehen. Daneben hoffen die Veranstalterinnen, dass die teilnehmenden Frauen ihre Erfahrungen und ihre Fertigkeiten auch selbst an Menschen weitergeben können und eigene Angebote beispielsweise in der Unterkunft auf Sportsfield Housing organisieren können.

Für das Projekt wurde mit Martina Roth eine erfahrene Kunsttherapeutin gewonnen, die auch bei der Anmietung eines Kunstraumes im Brockenhaus unterstützen konnte. Zum ersten Termin kamen fünf Frauen aus der Türkei, Iran und Afghanistan sowie die engagierten Patinnen Renate Schwalenberg-Leister und Silvia Kleinschmitt, die auch den Fahrdienst zum Veranstaltungsort in das Brockenhaus Hanau organisiert hatten. Im Mittelpunkt des ersten Abends stand die Aufgabe, einen persönlichen Wunsch darzustellen. In Form einer Collage, die aus Zeitungsannoncen kombiniert mit Farben erstellt wurde, entstanden die ersten Kunstwerke. Im Anschluss gab es eine Bildbesprechung, und die Frauen berichteten von ihren Wünschen.

Weitere Gruppen werden folgen, die ebenfalls jeweils an drei Abendterminen von der Kunsttherapeutin begleitet werden. Finanziert wird das Projekt zur Zeit über Zuschüsse aus dem Bundesprojekt „Menschen stärken Menschen“ und über Mittel des Qualifizierungsprogrammes der Freiwilligenagentur.

Sommerfest an den Hochbeeten auf Sportsfield

Im Rahmen des Projektes „Alt für Jung Patenschaften – Seniorenbüros unterstützen Geflüchtete“ fand kürzlich rund um die Hochbeete in der städtischen Flüchtlingsunterkunft ein Sommerfest statt, zu dem auch Bürgermeister Axel Weiss-Thiel kam. Organisiert wurde das Fest von den Patinnen und Paten zusammen mit dem Hanauer Seniorenbüro.

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Sie alle gestalteten zusammen mit den Bewohnern vor Ort ein lebhaftes und musikalisches Sommerfest. Eine Idee war, die zahlreichen Fotos, die bei gemeinsamen Ausflügen, Projekten, Austausch- und Kontakttreffen entstanden sind, den Bewohnern zu zeigen. Dies war erst zu später Stunde möglich, denn die Fotos wurden auf einer großen Fotoleinwand präsentiert.

Musikalisch wurde der Abend von einer iranischen Musikgruppe und mehreren Trommeleinlagen unterstützt. Für das leibliche Wohl der Gäste sorgten zahlreiche Frauen, die mit ihren Familien Hochbeete auf dem Sportsfield gebaut und bepflanzt haben und diese unterhalten. Zusammen mit den Salat- und Kuchenspenden der Patinnen wurden vielfältige Speisen angeboten. Renate Krüger und Heike Reuter bastelten passend zu den Hochbeeten zusammen mit den Kindern und deren Eltern bunte Blumen aus Papier.

Die Paten Karl Paap, Inge Paap und Renate Krüger setzten im letzten Jahr die Idee um, gemeinsam mit den Bewohnern Hochbeete zu bauen und diese mit Nutzpflanzen zu gestalten. Die Paten Gabriele Spehar und Norbert Bauer begannen in diesem Jahr mit dem Bau von Sitzgruppen aus Palletten, die rund um die Hochbeete aufgestellt wurden und werden dieses Projekt fortsetzen.

Projekt START hilft Flüchtlingen beim Einstieg in die Arbeitswelt

„START – gewerblich-technisch“ heißt das Projekt, das zehn geflüchteten Erwachsenen mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit die Möglichkeit gab, sich auf eine Berufstätigkeit vorzubereiten und ihre Chancen auf Ausbildung oder Beschäftigung zu verbessern. Umgesetzt wurde das Projekt von HESSENCAMPUS Hanau, unter Beteiligung der Volkshochschule Hanau und der Ludwig-Geissler-Schule.

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Das Unternehmen „MTV Förster GmbH & Co. KG“ ermöglichte das Projekt durch eine finanzielle Spende. Dem geschäftsführenden Gesellschafter und Lions-Mitglied Holger Förster gelang es zudem, den „Lions Club Hanau Brüder Grimm“ davon zu überzeugen, die Summe zu verdoppeln. Mit den insgesamt 20.000 Euro wurde „START - gewerblich-technisch“ finanziert sowie auch ein Projekt mit kaufmännischem Schwerpunkt, dessen Durchführung ab September geplant ist. Das Jobcenter des Kommunalen Centers für Arbeit (KCA) im Main-Kinzig-Kreis unterstützte das Projekt, indem es mehrere der Teilnehmer einsteuerte, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II) beziehen.

Nach zwei Monaten Teilnahme am Projekt START konnten die Männer im Alter von 21 bis 41 Jahren, die aus den Herkunftsländern Somalia, Syrien und Pakistan stammen, jetzt bei einer Feierstunde in der Volkshochschule ihre Teilnahmeurkunde entgegennehmen. Erste Erfolge der Maßnahme sind bereits sichtbar: „Zwei Teilnehmer der Maßnahme werden direkt im Anschluss eine Ausbildung, beziehungsweise Beschäftigung bei regionalen Arbeitgebern aufnehmen“, erläutert Projektkoordinator Clemens Mück. Die Berufswünsche der restlichen Teilnehmenden seien eine Ausbildung oder Anstellung als Verfahrensmechaniker (CNC), Lagerist/Staplerfahrer, Berufskraftfahrer, Elektriker, Bauzeichner und KFZ-Mechatroniker.

„Ich hoffe sehr, dass sie ihre Ziele erreichen und wünsche ihnen viel Erfolg auf ihrem weiteren Weg, denn der Arbeitsmarkt kann sie gut gebrauchen!“ sagte Bürgermeister Axel Weiss-Thiel. „Für ihre Integration in unsere Gesellschaft sind Arbeit und Sprache wesentliche Bausteine“, betonte der Bildungs- und Sozialdezernent. Im Durchschnitt dauere die Einmündung in den Arbeitsmarkt jedoch drei bis vier Jahre. Dies sei ein zu langer Zeitraum. „Jede Maßnahme, die diesen Zeitraum verkürzt, ist im Interesse der betroffenen Menschen und unserer Gesellschaft“, so Weiss-Thiel. Er dankte den Sponsoren für ihr Engagement: „Hier haben sich viele Menschen und Organisationen in Hanau und dem Kreis zusammengetan, um ihre Kompetenzen zu bündeln, um Menschen eine Zukunft zu ermöglichen.“

„Wir wollen mithelfen, die Welt etwas besser zu machen und haben daher beschlossen, Geflüchtete bei der Integration zu unterstützen“, sagte Dr. Volker Wingefeld vom Lions Club Hanau Brüder Grimm. „Die Teilnehmenden haben in den letzten zwei Monaten große Fortschritte gemacht, und ich drücke die Daumen für ihren weiteren Berufsweg!“ Lars Ebert vom Unternehmen MTV Förster GmbH & Co. KG versprach, START auch im kommenden Jahr weiter zu unterstützen. Bereits 2015 - vor dem Projekt START - förderte die MTV Förster GmbH & Co. KG durch eine zielgerichtete Spende in Höhe von 5000 Euro die Durchführung von Deutschkursen für geflüchtete Menschen. „Es würde uns freuen, wenn auch andere regionale Unternehmen sich an diesem wirklich guten Projekt finanziell beteiligen würden“, sagte er. „Die geflüchteten Menschen sind unsere Arbeitskräfte von morgen und wir müssen sie auf ihrem Weg und bei der Integration unterstützen.“

In insgesamt 150 Unterrichtsstunden konnten die Teilnehmenden der Maßnahme sowohl die bestehenden Deutschkenntnisse verbessern, als auch einen Einstieg in Beruf oder Ausbildung vorbereiten. Zu den Schulungsinhalten gehörten die Orientierung über verschiedene Berufsbilder in Deutschland, deren Anforderungsprofile und Beschäftigungschancen in der Rhein-Main-Region. Weiterer Schwerpunkt war die Vermittlung sogenannter soziokultureller Kompetenzen. Hierbei ging es darum, Arbeits- und Verhaltensnormen kennenzulernen und einzuüben, wie zum Beispiel das Arbeiten im Team, Kommunikation und Umgangsformen in beruflichen Zusammenhängen. Im Bewerbungscoaching wurden Bewerbungsunterlagen erstellt und Vorstellungsgespräche eingeübt. Ein Schwerpunkt wurde auf gewerblich-technische Lerninhalte gelegt. Auf dem Stundenplan stand Fachunterricht in den Fächern Chemie, Physik und Mathematik ebenso, wie EDV-Grundlagen, arbeits- und vertragsrechtliche Themen sowie Fragen der Unfallverhütung am Arbeitsplatz. Auch eine berufspraktische Erprobung in gewerblich-technischen Berufen konnten durch die Kooperation mit der Ludwig-Geissler-Schule Hanau durchgeführt werden.

Interessierten Unternehmen, die eine Ausbildung, Beschäftigung oder ein Praktikum anbieten oder sich als Sponsor engagieren möchten, können sich gerne bei der Projektleitung melden: HESSENCAMPUS Hanau, c/o Volkshochschule Hanau, Clemens Mück, clemens.mueck@hanau.de, Telefon 0162-439865

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Ein Tag voller Bewegungsangebote

Tretroller und Dreiräder für die Kleinsten, Ballspiele für die Schulkinder, Trendsportarten wie Slackline und Baseball für die älteren Jugendlichen – beim 2. großen Sportfest auf dem Sportsfield-Gelände fand wirklich jeder ein Angebot, das zu ihm passte.

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Einen ganzen Tag lang war der Landessportbund Hessen mit seinem umfangreichen mobilen Geräte-Angebot auf dem Freigelände der kommunalen Flüchtlingsunterkunft präsent, um den Kindern im Alter zwischen 3 und 18 Jahren einen fröhlichen Tag voller Bewegung und Spaß zu bieten. Die Johanniter-Unfall-Hilfe ergänzte das Angebot mit einer großen Hüpfburg.

Organisiert wurde die Veranstaltung von den beiden ehrenamtlichen Sport-Coaches der Stadt Hanau Gabi Ewald und Wolfgang Schaffert, in Zusammenarbeit mit dem Leiter der Fachstelle Sport der Stadt Hanau Thomas Ritter und dem WIR-Koordinator der Stadt Hanau Andreas Jäger.

Projekt "Ankunftsstadt Hanau" stellt sich beim Freundschaftsfest vor

In Hanau wird derzeit ein integriertes Handlungskonzept für die Flüchtlingsansiedelung erstellt, das als Grundlage dienen soll, die Stadt als „Ankunftsort“ weiterzuentwickeln. Das Augenmerk liegt dabei vor allem auf der Gruppe der Geflüchteten. Auch die vorhandenen Konversionspotenziale der Stadt Hanau sollen im Konzept berücksichtigt werden. Erstellt wird das Konzept von der NH ProjektStadt aus Frankfurt. Haben Sie Kontakt zu Geflüchteten? Und sind Sie vielleicht sogar selbst zugewandert? Was hat Ihnen damals dabei geholfen in Hanau anzukommen? Am 19. August beim 30. Internationalen Freundschaftsfest sind alle Besucherinnen und Besucher herzlich eingeladen sich am Projektstand mit Ihren Fragen, Anregungen und Ideen an der Konzepterstellung zu beteiligen.

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Der Begriff der Ankunftsstadt geht unter anderem auf den britisch-kanadischen Journalisten und Autor Doug Saunders und sein 2011 erschienenes Buch „Arrival City: How the largest Migration in History is Reshaping our World“ zurück. Eine seiner Kernaussagen ist, dass Migration in einer engen Beziehung zur gesteigerten Urbanisierung und Diversität der Städte steht. Saunders selber meint mit "arrival cities“ jene Stadtviertel, in denen sich Zuwanderer in einer Stadt zunächst niederlassen. Inzwischen gibt es jedoch auch Städte, die sich im Ganzen als „arrival cities“ begreifen. Entscheidend ist es, Strukturen und Bedingungen zu schaffen, die es Zuwanderern schnell ermöglichen, Teil der Stadtgesellschaft zu werden, anzukommen und sozial aufzusteigen.

Erste Schritte bei der Ausarbeitung des Konzeptes sind eine gesamtstädtische Analyse, die Untersuchung von Konversionspotenzialen und die Weiterentwicklung lokaler Netzwerke. In allen Schritten spielt die Einbeziehung der Hanauer Akteure aus der Verwaltung und Wirtschaft, aber auch der Bürger- und Bürgerinnen als Experten und Expertinnen eine entscheidende Rolle.

Der erste Schritt wurde am 06.06.2017 im Rahmen eines Verwaltungsworkshops durchgeführt. Am 30. Internationalen Freundschaftsfest sind alle Besucherinnen und Besucher herzlich eingeladen sich am Projektstand zu informieren und sich mit Ihren Ideen, ggf. auch mit ihrer eigenen Zuwanderungserfahrung, an der Konzepterstellung zu beteiligen.