Blumenband durch Hanau: Integrationsprojekt von Berufsschülern gemeinsam mit Flüchtlingen

Das sei eine tolle Idee, sie seien gerne dabei. Ahmad Shdid, der vor neun Monaten nach Deutschland geflohene Syrer, und sein Vater Mohammad loben die Begrüßungsworte von Stadtrat Andreas Kowol und Franziska Grimm, Lehrerin an den KaufmännischenSchulen. Diese beiden haben zuvor im städtischen Umweltzentrum offiziell ein außergewöhnliches Projekt gestartet: Ein Blumenband von der Schule bis zur Flüchtlingssiedlung in Wolfgang soll quer durch Hanau entstehen. Als Ausdruckdes Verbundenseins und Aufeinanderzugehens.

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Ahmad Shdid und sein Vater waren unter den Ersten, die gemeinsam mit Stadtrat Kowol Samen für Kapuzinerkresse, Sonnen- und Ringelblumen in Töpfchen steckten. Bis zum Pflanztag am 24. Mai sollen die Pflanzen so weit gediehen sein, dass sie das verbindende bunte Band durch Hanau bilden können. Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen dabei mitzuwirken.

Der 19-Jährige hat sich schon so gute Deutschkenntnisse angeeignet, dass er sich gut verständigen kann. Er erzählt, dass seine Mutter noch in Syrien lebt. Wie die anderen Flüchtlinge sind auch die beiden Shdids zu Fuß von der Unterkunft in Wolfgang zum Umweltzentrum gelaufen.

Dort herrscht förmlich ein Gewimmel von Menschen im Garten. Rund 120 Schülerinnen und Schüler der zwölften Klassen an den Kaufmännischen Schulen und ihre Lehrkräfte sind versammelt. Sie haben das Projekt der Flüchtlingsintegration erdacht. Unterstützung bei der Pflanzenanzucht erhalten sie von der Eugen-Kaiser-Schule.

Im Garten des Umweltzentrums haben sie ein Begrüßungsfest organisiert, backen Waffeln und geben Getränke aus. Manches Flüchtlingskind zieht es vor mit einem der mitgebrachten Bälle zu spielen, anstatt den Reden von Kowol und Grimm zuzuhören.

Stadtrat Kowol hebt hervor, wie wertvoll es sei, wenn sich Bürgerinnen und Bürger dafür einsetzten, dass mit den gepflanzten Blumen das Stadtbild noch schöner werde und Insekten ein besserer Lebensraum geboten werde. Die jungen Menschen aus den zwölften Klassen trügen dazu bei, dass sich Einheimische und Flüchtlinge begegneten. Wenn die Flüchtlinge Ende Mai manchem Hanauer eine Pflanze für das Blumenband durch die Stadt in die Hand drückten, dann sei das ein Symbol für Offenheit und Dankbarkeit.

Lehrerin Grimm rief die Flüchtlinge dazu auf, die Pflanzen jeden Tag zu hegen und zu pflegen, die Schülerinnen und Schüler würden ihnen dabei helfen. Sie hob hervor, dass sich bei diesem Projekt „Menschen treffen, die sich sonst vielleicht nie treffen würden“.

Ähnlich erging es dem Team des Umweltzentrums schon, als es einige Tage zuvor erste Werbung für das Blumenband-Projekt in der Flüchtlingsunterkunft betrieb. Eine Frau von dort war so angetan, dass sich im Umweltzentrum gleich den interkulturellen Garten ansah. Sie versprach im Camp weitere Mitstreiterinnen zu suchen. Dann könne ein eigener kleiner Garten an der Flüchtlingsunterkunft selbst entstehen.

Wer am Projekt interessiert ist, kann sich ans Umweltzentrum wenden unter der Mailadresse umweltzentrum@hanau.de.