„Hanau blüht“: Schul-Projekt erfolgreich beendet

120 Fachoberschülerinnen und -schüler der Kaufmännischen Schule und circa 90 Flüchtlinge aus Hanau, Bruchköbel und Seligenstadt haben unter dem Motto „Hanau blüht“ ein sechs Kilometer langes Blumenband zwischen Schule und städtischer Flüchtlingsunterkunft in Wolfgang geknüpft. Die Zwölftklässler fassten nun bei einer Abschlusspräsentation im Kulturforum ihre Erfahrungen zusammen, die sie bei dem außergewöhnlichen Projekt über mehr als drei Monate gesammelt hatten. Die Stadträte Andreas Kowol und Axel Weiss-Thiel würdigten ihr Engagement als beispielhaft und vorbildlich.

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Die Jugendlichen wollten mit der Aktion nicht nur etwas für die Umwelt und ein schöneres Stadtbild tun, sondern auch die Verbundenheit zwischen Flüchtlingen und der Stadt stärken. Aus den Berichten der fünf Klassen ging nachhaltig hervor, wie offen, freundlich und vertrauensvoll sie die nach Hanau Geflüchteten aufgenommen hätten. Diese hätten beim Säen der Blumen genauso wie beim Verteilen der blühenden Pflanzen in Hanau kräftig mit angepackt. Schon bei ersten Kontakten hätten Familien im Flüchtlingscamp sie zum Essen oder Musizieren eingeladen worden. Die Kontakte seien vielfach bis heute nicht abgebrochen.

Schulleiterin Claudia Galetzka und Lehrerin Franziska Grimm, Leiterin des Projekts an den Kaufmännischen Schulen, hoben umgekehrt den Mut hervor, mit dem die Fachoberschüler gleich beim ersten Kontakt schon auf die Flüchtlinge zugegangen seien. Hilfreich sei dabei auch gewesen, dass aus dem Kreis der Schülerinnen zwei des Afghanischen und des Arabischen mächtig sind, heiß es in einem Klassenbericht. Hartnäckig hätten sie daran gearbeitet, außer den Männern auch Frauen für die Mithilfe beim Schulprojekt zu gewinnen.

Stadtrat Kowol sagte: „Die Stadt Hanau ist mächtig stolz auf dieses Schülerengagement.“ Er hoffe, die jungen Menschen aus den Kaufmännischen Schulen erhielten ihre Kontakte zu den Flüchtlingen aufrecht. Denn es seien noch viele Jahre notwendig, um die Integration der Geflüchteten in unsere Gesellschaft voranzubringen.
Stadtrat Weiss-Thiel wies darauf hin, dass das Kulturforum als Ort für die Schülerpräsentation eine interessante historische Parallele zulasse: Denn bis ins 19. Jahrhundert hinein habe auf dem Freiheitsplatz eine Mauer Hanaus Alt- und Neustadt getrennt – und damit die Alteingesessenen von den calvinistischen Glaubensflüchtlingen, die seit 1597 die Neustadt aufbauten. Heute sei Hanau stolz auf das friedliche Miteinander von Menschen unterschiedlicher Herkunft. In diese Entwicklung passe die „Hanau blüht“-Aktion hervorragend.

Die über das Projekt entstandene Dokumentation ist vom 20. Juni an über zwei Wochen in der Hauptstelle der Sparkasse Hanau am Marktplatz zu sehen.