77 Wörterbücher unterstützen beim Spracherwerb

„Der Spracherwerb ist ein wesentlicher Schlüssel zur Integration. Ohne entsprechende Sprachkenntnisse ist weder ein Kennenlernen noch eine Verständigung in der neuen Heimat möglich.“ Für den Hanauer Sozialdezernenten Axel Weiss-Thiel ist es deshalb keine Frage, dass der Förderung von entsprechenden Angeboten zum Erlernen der deutschen Sprache ein besonderes Augenmerk gelten muss.

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„Dank des beeindruckenden ehrenamtlichen Engagements der Sprachlotsen können wir auch hier ein vorbildliches Konzept verwirklichen und den ersten Flüchtlingen auf Sportsfield Housing die Chance eröffnen, ihr Leben in Deutschland möglichst bald in die eigene Hand zu nehmen.“ Korrespondierend zu den ehrenamtlich arbeitenden Sprachlotsen hat auch das Team vom Buchladen am Freiheitsplatz mit seinem Chef Dieter Dausien das Thema „Spracherwerb und Flüchtlinge“ aufgegriffen. Dabei stand im Fokus, die Menschen, die in der Brüder-Grimm-Stadt einen Neuanfang suchen, bei ihrem Bemühen nachhaltig zu unterstützen. „Wörterbücher sind auf diesem Weg unerlässlich“, so Dausien und erläutert damit den Hintergrund der Sprachstifter-Aktion, die mit der Übergabe von 77 Wörterbüchern dieser Tage ihren erfolgreichen Abschluss gefunden hat.

Die Idee war so einfach wie erfolgreich: Jeder, der sich beteiligen wollte, konnte im Buchladen ein Wörterbuch aus dem „Stift(er)-Regal“ kaufen. Die so zur Verfügung gestellten Wörterbücher erhielten ein kleines Etikett „schon gestiftet“ und warteten im unteren Regalfach. „Für jedes 5. Wörterbuch haben wir eins oben draufgelegt!“, so der Buchhändler jetzt bei der Übergabe an Clemens Mück von der Volkshochschule der Stadt Hanau, die die Sprachkurse in Hanau koordiniert. Wie er sagte, kommt die Unterstützung gerade recht, um die laufenden ehrenamtlichen Sprachkurse damit auszustatten. „Die Bücherspende von 77 Exemplaren ermöglicht es uns, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein eigenes Wörterbuch zur Verfügung zu stellen, damit diese auch außerhalb der Kurse ihre Kenntnisse vertiefen können.“

Einer von ihnen ist Mohammad Jomaa, der seit August 2015 in Hanau lebt. Zunächst in der Notunterkunft in der August-Schärttner-Halle untergebracht, war er einer der ersten syrischen Asylsuchenden, die eines der Zimmer auf dem Gelände von Sportsfield Housing beziehen konnte. Praktisch vom ersten Tag an bemühte sich der 19-Jährige darum, die deutsche Sprache zu erlernen. Dank der ehrenamtlich organisierten Sprachkurse in der Gemeinschaftsunterkunft verfügt der junge Mann inzwischen über einen ausreichenden Wortschatz, um sich zu verständigen und Gespräche zu führen.

Stadtrat Weiss-Thiel hat nach eigenen Worten bei vielen Flüchtlingen „ein hohes Interesse an Bildungsangeboten“ und insbesondere eine „große Motivation, Deutsch zu lernen“ festgestellt. Zurzeit gebe es bei der Hanauer Volkshochschule rund 60 verschiedene Sprach- und Integrationsmaßnahmen mit jeweils zwischen 16 und 20 Teilnehmern, zählt er auf. Darüber hinaus würden durch die Volkshochschule aktuell 23 Kurseinheiten mit ehrenamtlichen Trainerinnen und Trainern angeboten. „Da die Nachfrage eigentlich noch größer ist, freuen wir uns über jede Hilfe, die wir in diesem Bereich erhalten“, dankte er dem Team vom Buchladen am Freiheitsplatz für die aktive Unterstützung durch die Sprachstifter-Aktion.