Geflüchtete syrische Ingenieurin erhält Einblick in deutsches Bauwesen

„Als städtische Gesellschaft gehen wir gerne mit gutem Beispiel voran und versuchen einer nach Hanau Geflüchteten eine berufliche Perspektive zu geben“, unterstreicht Jens Gottwald, Geschäftsführer der Baugesellschaft Hanau. Mit Rasha Serio, einer zu Fuß aus Syrien geflohenenBau-Ingenieurin, habe das kommunale Unternehmen während des jetzt beendeten vierwöchigen Praktikums „gute Erfahrungen“ gemacht. Gottwald will sich nun für sie einsetzen, um ihr Arbeit zu verschaffen.

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Die 42-Jährige, verheiratete Mutter zweier in Syrien gebliebener Teenager, lebt derzeit im Flüchtlingscamp „Sportsfield Housing“ im Stadtteil Wolfgang. Das Praktikum bei der Baugesellschaft kam über den Caritasverband für den Main-Kinzig-Kreis zustande, der Flüchtlinge berät. Caritas nutzte die Fördermöglichkeit zur Arbeitsmarktintegration von Asylsuchenden und Flüchtlingen und hatte bei der städtischen Gesellschaft angefragt.

Gottwald listet auf, was Serio während ihres Praktikums: Durch zahlreiche Baustellenbesuche erhielt sie Einblicke in die deutsche Bauweise und den Baustellenablauf. Hierbei erlernte sie teilweise die deutschen Bezeichnungen von Materialien und Bauleistungen und erhielt im Ansatz Einblicke in die deutschen Baugesetze. Serio habe ihr Fachwissen gut einbringen können, so Gottwald.

Konkret nahm die syrische Bau-Ingenieurin für eine anstehende Dach- und Fassadensanierung das betroffene Gebäude komplett auf und ermittelte die Maße für die auszuführenden Arbeiten. Bei der Planerstellung der Fassade half ihr zeichnerisches Können, dass sie mit einem CAD-Programm auf ihrem eigenen Laptop bewies. Darüber hinaus berechnete sie bei einem weiteren Projekt nach Aufmaß vor Ort die Wohnflächen. Den fehlenden Bestandsplan vom betreffenden Dachgeschoss zeichnete sie auf Grundlage der darunter befindlichen Etagen mit dem CAD-Programm neu.

Die noch vorhandene sprachliche Barriere konnte Serio im Zusammenspiel mit Praktikumsbegleiter Karsten Baumann, Bau-Ingenieur in Diensten der Baugesellschaft, durch sehr gute Englischkenntnisse ausgleichen. „Sie ist intensiv und mit großem Interesse dabei Deutsch zu lernen, um schnellstmöglich in Deutschland Fuß zu fassen“, lobt Gottwald abschließend.