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Lesecafé im Kulturforum nimmt wieder Betrieb auf

Die ersten Besucherinnen und Besucher der Stadtbibliothek im Kulturforum Hanau haben es bereits gemerkt und nippen genüsslich beim Lesen an ihren weißen Porzellantassen: Im Lesecafé gibt es ab sofort wieder heiße und kalte Getränke sowie Kuchen und kleine Snacks zu kaufen. Gäste können beim Schmökern in den aktuellen Tageszeitungen, Zeitschriften oder Büchern nun wieder einen Cappuccino oder Pfefferminztee schlürfen und dazu frühstücken, Kuchen essen oder einfach einen Schokoriegel genießen – und das zu wirklich erschwinglichen Preisen. Auch eine warme Suppe steht mittags auf der Karte und bei Abendveranstaltung gibt es sogar Wein oder Sekt.

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Oberbürgermeister Claus Kaminsky schaute persönlich vorbei, um den neuen Betreibern zur Eröffnung zu gratulieren und Blumen zu überreichen. „Toll, dass das Café wieder in Betrieb ist. Das ist eine wunderbare Bereicherung für unsere schöne Stadtbibliothek und freut mich sehr“, sagte er und wünschte vom ganzen Herzen viel Erfolg für die Zukunft.

Die neuen Betreiber des Lesecafés firmieren unter dem Namen „Rabe Kollektiv gUG“. Dahinter steckt das Ehepaar Rainer Busch und Beatrix Wehner. Die beiden Frühpensionäre sind schon seit Jahren ehrenamtlich bei der Stadt Hanau aktiv - beispielsweise als Deutschlehrer für Flüchtlinge oder im Seniorenbüro. Als Geschäftsführer der gemeinnützigen Unternehmensgesellschaft haben sie sich „interkulturelle Bildung und Begegnung“ zum Ziel gesetzt hat. „Wir haben viel vor und suchen noch jede Menge Mitstreiterinnen und Mitstreiter“, erklärt Wehner.

Ab Ende November trifft sich regelmäßig eine internationale Frauengruppe unter der Leitung von Sozialarbeiterin Fatima Samura im Lesecafé. „Ab Januar bieten wir dann PC-Training und Beratung für Menschen, die sich bewerben möchten, im Kulturforum an. Das gilt für Flüchtlinge oder Berufsanfänger genauso wie für reifere Menschen, die sich unsicher sind, wie eine moderne Bewerbung heutzutage gestaltet wird“, erläutert Wehner. „Für die Zukunft können wir uns noch viele andere Angebote vorstellen, daher suchen wir Menschen, die ehrenamtlich mitarbeiten und ihr Wissen teilen möchten“, sagt sie. Das Rabe Kollektiv stehe allen Menschen die lernen oder lehren möchten offen.

Da das Rabe Kollektiv kein Verein ist, gibt es keine Mitgliedsbeiträge und jeder, der Interesse habe, könne sich aussuchen, wie lange er oder sie aktiv ist. „Ob eine Woche, ein paar Monate oder kontinuierlich über lange Zeit – alles ist bei uns möglich, denn es gibt keine langfristigen Verpflichtungen!“, erklärt Wehner. Finanziert wird die Bildungsarbeit über das Lesecafé, dessen Einnahmen zu 100 Prozent den gemeinnützigen Zwecken des Kollektiv zukommen, aber auch Spenden sind natürlich willkommen. „Wer uns unterstützen möchte, soll einfach ab und an einen Kaffee bei uns trinken oder eine Kleinigkeit essen, das würde schon sehr helfen“, sagt Wehner.

Das Lesecafé wird von dem rührigen Ehepaar sowie ihren ehrenamtlichen Mitstreitern betrieben. Die Öffnungszeiten sind Di - Fr von 11 - 19 Uhr, Sa von 12 - 17 Uhr. „Über die AQA beiten wir im Lesecafé zwei Halbtagsstellen an, damit sich Menschen wieder für den 1. Arbeitsmarkt qualifizieren können“, erläutern die beiden. Auch ein Praktikum im Lesecafé sei für Interessierte durchaus denkbar. „In jedem Fall soll das Café ein Platz der Begegnung und der Bildung sein und bleiben“, sagt Wehner. Einen Zwang zum Konsumieren gebe es für die Gäste nicht. „Wir vertreiben auch keine Gäste, die eigene Getränke mitführen“, sagt Busch, „das würden wir nur im Notfall tun, wenn uns der Platz für die zahlende Gäste ausgeht. Dann würden wir freundlich bitten doch auf einen anderen Tisch oder eine der Sitzgruppen auszuweichen.“

Die Stadt Hanau unterstützt das „Rabe Lesecafé“ und die gemeinnützige Unternehmensgesellschaft dahingehend, dass sie von den Betreibern keine Miete einfordert und ihnen Räumlichkeiten und Geräte kostenfrei zur Verfügung stellt. Lediglich Nebenkosten fallen an.