Ein Musterbeispiel für den Weg in den Arbeitsmarkt

Er machte den Kompetenzpass und fand problemlos eine Ausbildungsstelle. Jetzt ist Ponyan S. aus dem Iran auf dem besten Weg zur gefragten Fachkraft.

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Ponyan S. hat im Iran Elektrotechnik studiert und häufig auf dem Bau gejobbt. Seit Juni 2014 Jahren lebt er in Deutschland. Letzten Herbst durchlief er bei der Gesellschaft für Wirtschaftskunde e.V. (GfW) ein Kompetenzfeststellungsverfahren, anhand dessen seine berufspraktischen Kenntnisse im Bereich Elektronik bestimmt werden konnten. Das Ergebnis zeigte, dass er beste Voraussetzungen für eine Ausbildung als Elektroniker mitbrachte. Ein Ausbildungsbetrieb war mit Hilfe von GfW-Geschäftsführer Reinhold Maisch schnell gefunden: „Mit dem Kompetenzpass gelang es ihm schnell, zu überzeugen.“

Mittlerweile ist Ponyan S. Auszubildender zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik im ersten Lehrjahr. Sein Arbeitstag beginnt vor sieben Uhr, wenn er mit den Gesellen zu den Baustellen fährt. Die praktische Arbeit fällt ihm leicht, denn er fühlt sich von seinen Kollegen gut angelernt. Zwei Mal in der Woche besucht er die Ludwig-Geißler-Schule. Er kommt gut mit, so Klassenlehrer Gerd Eisert. Allerdings verlangen ihm die deutschen Fachbegriffe höchste Konzentration ab. Schulleiter Dr. Kurt Herget ergänzt: „Deutschkenntnisse sind auch in technischen Berufen unverzichtbar; jede Projektbeschreibung muss man erst mal lesen können. Mit dem Abschluss als Elektroniker stehen einem später alle Wege offen, vom Gesellen über den Meister bis zum Techniker.“

Auch für Heike Hengster, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hanau, ist er ein Musterbeispiel. „Der junge Mann macht es genau richtig. Er geht den besten Weg in die nachhaltige berufliche Integration, denn ausgebildete Fachkräfte werden auf dem Arbeitsmarkt auch in Zukunft benötigt werden. Wer so einsteigt, wird nie um Einkommen oder Job bangen müssen.“

Ponyan S. ist froh, dass er die Chance hatte, die Ausbildung anzufangen: „Ich würde jedem empfehlen, es so zu machen. Man lernt jeden Tag dazu, auch wenn es anstrengend ist.“ Er lebt mit seinen Eltern und seinem Bruder zusammen und fühlt sich „angekommen“. Am meisten wünscht er sich, mit seiner Familie dauerhaft in Deutschland bleiben zu können. Aber das ist noch nicht sicher.