Internationale Wochen gegen Rassismus mit deutlich größerem Programm

„Es ist der erste Schritt – und es ist ein großer Schritt geworden, der deutliche Spuren hinterlassen wird!“ Mit diesen Worten kommentiert Oberbürgermeister Claus Kaminsky den nun vorgestellten zehnseitigen Informationsflyer für die Hanauer Veranstaltungen anlässlich der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“. Gemeinsam mit John Kannamkulam, Bundesvorstand Verband binationaler Familien und Partnerschaften und ein Gründungsstifter der Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus, freut er sich, dass es in diesem Jahr dank der Arbeit des Koordinierungsrates gelungen ist, mehr und neue Organisationen, Vereine und Verbände zur Teilnahme zu motivieren.

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Waren es in den Vorjahren fast ausschließlich die Aktivitäten und Veranstaltungen des Trägervereins Kulturzentrum Pumpstation (KUZ) gemeinsam mit der Volkshochschule (VHS) und deren Förderverein, welche im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus in Hanau stattfanden, so sind heuer zum Beispiel mit „Menschen in Hanau“ oder dem Frauenbüro der Stadt, das zeitgleich seine 22. Hanauer Frauenwoche organisiert, mit im Reigen derer die sich für das Motto „100 Prozent Menschenwürde“ einsetzen. Und auch die Stadt Hanau hat ihre Veranstaltung zur Erinnerung an den 19. März in den Angebotsreigen eingepasst. „So können wir das historische Vermächtnis in die Gegenwart und die Zukunft führen, denn es war letztlich der NS-Terror und Rassismus der zur Zerstörung der Stadt führte“, schreibt Kaminsky in seinem Grußwort.

Und war es zuvor meist lediglich ein Wochenende, an dem die Veranstaltungen stattfanden, so verteilen sich in diesem Jahr Konzerte, Filme, Poetry Slam, Podiumsdiskussionen und Gedenkveranstaltungen vom 11.bis zum 27. März. Und weil danach der Einsatz gegen Rassismus nicht endet, fehlt auch nicht der Hinweis auf den „Kick gegen Rechts“, den der Ausländerbeirat gemeinsam mit dem VfR Kesselstadt und dem Kultur- und Sportverein Bosnien-Herzegowina traditionell an Pfingsten organisiert.

Gerade in Anbetracht populistischer und rassistischer Hetze und Gewalt, gilt es nach Auffassung von OB Kaminsky, die Aktivitäten im Rahmen der „Wochen gegen Rassismus“ zu intensivieren. Zudem seien nach vielen Studien rassistische Einstellungen und Gewalttaten quer durch alle gesellschaftlichen Milieus zu beobachten und kein alleiniges Problem des rechten Randes. „Es ist daher eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, für die Wahrung der Menschenwürde einzustehen und zu verhindern, dass insbesondere Menschen anderen Glaubens als Projektionsfläche für das vermeintlich „Fremde“ ins Visier genommen werden.“ Kaminsky und Kannamkulam, die schon im Vorfeld der Veranstaltungsreihe stets betont hatten, dass die lokale Beteiligung an den Wochen gegen Rassismus langsam aber stetig wachsen solle, sind sehr angetan von dem breiten Angebot, das im Flyer präsentiert wird.

Auftakt ist bereits am Samstag, 11. März. Dann findet im Jugendbildungs- und Kulturzentrum Hans Böckler am Sandeldamm das „KUZ-Live“ unter dem Titel „Love music, hate racism“ mit Peter Screwjet, Honey Bader und Munera statt. Gemeinsam veranstaltet vom KUZ-Team, der VHS Hanau und dem Förderverein der VHS. Den Schlusspunkt setzt am Sonntag, 26. März, der 26. Hanauer Song Slam im Brückenkopf in der Wilhelmstraße.

Allen Veranstaltungen, rund ein Dutzend sind es dieses Jahr in Hanau, ist eines gemeinsam: „Wir wenden uns gegen Rassismus, denn er bedeutet Abwertung und Ungleichbehandlung von Menschengruppen und führt zu gewalttätigen Übergriffen, Rassismus ist am Ende Menschenhass," wie John Kannamkulam in seinem Grußwort formuliert.

Alle Veranstaltungen finden Interessierte auch im Internet, unter anderem auf www.hanau.de und baldmöglichst auch auf www.hanaurocksontolerance.de. Wer Kontakt zum Koordinierungsrat aufnehmen möchte, kann sich an Wolfgang Kischel wenden, Telefon Hanau 295-969, E-Mail wolfgang.kischel@hanau.de.