Museum hilft Sprachbarrieren zu überwinden

Kunst ist eine internationale Sprache, die jeder verstehen kann. Das zeigt der Besuch von 14 Schülerinnen und Schülern des Schulzentrums Hessen-Homburg im Historischen Museum Hanau Schloss Philippsruhe. Die Jugendlichen im Alter von zwölf bis vierzehn Jahren stammen aus insgesamt acht verschiedenen Herkunftsländern und verfügen noch über sehr geringe Deutschkenntnisse. Gemeinsam mit Lehrerin Hatice Bullut nahm die die sogenannte "Seiteneinsteigerklasse" an verschiedenen museumspädagogischen Veranstaltungen im Schloss Philippsruhe teil.

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Den Auftakt bildete eine Führung durch das Schloss mit dem von der Kathinka-Platzhoff-Stiftung finanzierten Museumskoffer, der „PhilippsTruhe“. „Die interaktiven Inhalte und Angebote der „PhilippsTruhe“ helfen den Schülerinnen und Schülern die Hanauer Stadtgeschichte auf spielerische Weise zu erleben und das Schloss und seine Bewohner kennenzulernen“, erläutert Museumspädagogin Susanna Rizzo. „Durch den Einsatz des mobilen Museumskoffers kann die Sprachbarriere der Jugendlichen überwunden werden.“ Unter der Anleitung Rizzos schlüpften die Schülerinnen und Schüler in historische Kostüme der Neustadtbürger, lernten verschiedene alte Handwerksberufe kennen und ordneten auf einem historischen Stadtplan-Puzzle von Hanau bedeutende Orte zu.

Beim zweiten Besuch in der Museumswerkstatt war die Kreativität der Jugendlichen gefragt: Dieses Mal betätigten sie sich als professionelle Maskengestalter und gewannen einen Eindruck davon, wie es vor 150 Jahren in der Spielzeugstadt Sonneberg in Thüringen zuging. Dort war diese Art der Maskenproduktion dereinst der Broterwerb der ganzen Familie. Unter Anleitung der Museumspädagoginnen Katharina Völk und Tizia Puhane und gemeinsam mit Liliana Herzig und Uwe Wagner stellten die Mädchen und Jungen in Kaschiertechnik mit Kleister und Papier selbst Masken aus den historischen Formen her. Diese konnten nach einwöchiger Trockenzeit mit selbstgemischten Farben bemalt und gestaltet werden. Die fertigen Masken der Schülerinnen und Schüler werden bei einer Ausstellung durch Art 13 e.V. präsentiert.

Liliana Herzig, Vorsitzende des Vereins Art 13 e.V., ist Initiatorin des Projekts „Integration durch Sprache und Kultur“ und betreut mit Uwe Wagner ehrenamtlich Kinder mit Migrationshintergrund in sogenannten Seiteneinsteigerklassen. Finanziert wird die Zusammenarbeit durch den Kunstverein Art F. Seit zwei Jahren pflegen der Hanauer Kunstvereine Art 13 e.V., der durch die Sparkassenstiftung Hanau unterstützt wird und der Frankfurter Kunstverein Art F. die Kooperation mit den Städtischen Museen Hanau.

„Es ist schön, dass das Schloss als außerschulischer Lernort wahrgenommen wird und die museumspädagogischen Angebote auch bei Schulklassen so großen Anklang finden“, freut sich Dr. Katharina Bechler, Direktorin der Städtischen Museen. Sie weist darauf hin, dass alle Kurse des museumspädagogischen Teams der Hanauer Museen auch von Schulklassen oder interessierten Eltern individuell gebucht werden können.

Die „PhilippsTruhe-Führung“ zur Hanauer Stadtgeschichten ist das neue Schulprogramm des Historischen Museums Hanau Schloss Philippsruhe. Die Führung dauert eine Stunde und kann zu einem individuellen Termin Di-So von 11-18 Uhr gebucht werden. Sie ist für Klassen ab der Sekundarstufe I konzipiert und kostet pro Schulklasse 35,00 Euro inkl. Eintritt. Die Maskenwerkstatt kann auch als Kreativwerkstatt im Museum Großauheim z.B. als Kindergeburtstag oder auch für Kleingruppen bis 15 Kinder (zwei- oder vierstündig, bis zehn Kinder 60 Euro, jedes weitere Kind 5 Euro) gebucht werden.

Kontakt und Beratung: Städtische Museen Hanau Telefon 06181 / 295 1799 oder E-Mail museen@hanau.de / www.museen-hanau.de.