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Buntes Programm bei Internationalen Wochen gegen Rassismus in Hanau

Nicht Resignieren, sondern Handeln und weitere Menschen zum Handeln aufrufen – dies ist das gemeinsame Motto von Oberbürgermeister Claus Kaminsky und John Kannamkulam, einer der Gründungsstifter der Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus und Bundesvorstand Verband binationaler Familien und Partnerschaften, für die diesjährigen „Internationalen Wochen gegen Rassismus" in Hanau. Ihnen ist jeder einzelne der mehr als 30 Termine, die von 10. bis 25. März in Hanau organisiert werden, gleich wichtig, denn es zeige sich immer wieder, dass persönliche Kontakte Rassismus und Menschenfeindlichkeit am ehesten abbauen helfen. Hanau ist nach ihren Worten Teil einer großen Gemeinschaft, denn die Aktionswochen sind die stärkste Bewegung gegen Rassismus in Deutschland. Im vergangenen Jahr waren es mehr als 2.000 Veranstaltungen, an denen bundesweit über 100.000 Menschen teilnahmen.

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„Von 10. bis 25. März wollen und werden wir in der Brüder-Grimm-Stadt deutliche Zeichen setzen. Denn mit Mut und Engagement können wir Rassismus, Menschenfeindlichkeit und Hetze in die Schranken weisen. Dafür danken wir allen Hanauerinnen und Hanauern, die sich für das gemeinsame Ziel einsetzen und den langen Atem beweisen, der notwendig ist, um Veränderungen herbei zu führen," so Kaminsky und Kannamkulam in ihrem Vorwort zur Veranstaltungsbroschüre.

Waren es anfangs fast ausschließlich die Aktivitäten und Veranstaltungen der Volkshochschule (VHS) und deren Förderverein gemeinsam mit dem Trägerverein Kulturzentrum Pumpstation (KUZ), so sind die Internationalen Wochen gegen Rassismus an Main und Kinzig in den vergangenen beiden Jahren stetig angewachsen – und nun sind es mehr als 30 Konzerte, Vorträge, Filme, Ausstellungen, Poetry Slams, Lesungen, Diskussionen, Gedenkveranstaltungen, Kunstaktionen und vieles mehr.

Für Wolfgang Kischel vom Fachbereich Kultur, Stadtidentität und Internationale Beziehungen , der den Koordinationsrat der Internationalen Wochen gegen Rassismus leitet, ist die intensive inhaltliche Auseinandersetzung mit Themen des Rassismus in diesem Jahr sehr beachtlich. „Menschen spüren, dass sie etwas gegen Rassismus unternehmen müssen und dass sie dabei auch erfolgreich sein können," lobt er die Vielzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und deren Engagement. So hat sich mit der Hohen Landesschule auch erstmals ein Hanauer Gymnasium eingereiht, neu dabei sind auch der DGB und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (VVN/BdA), der Verein Freundschaft mit Jaroslawl, die Teestube im alten Fischerhaus, der Hanauer Kulturverein, Kultiv e.V., Art 13, die Jüdische Gemeinde Hanau sowie das International Jüdische Zentrum für Menschenwürde und Toleranz (MUT) und mit dem Café Art in Großauheim ist erstmals auch eine Organisation aus den Stadtteilen mit von der Partie.

Quasi als „alte Bekannte" sind der Trägerverein Kulturzentrum Pumpstation, die VHS samt Förderverein, das Kinopolis, die IG HanauRockt!, das Frauenbüro, „Menschen in Hanau" und der Ausländerbeirat auch heuer stark engagiert. Martin Hoppe, dem Leiter des Fachbereichs Kultur, Stadtidentität und Internationale Beziehungen , ist es gelungen, sogar Veranstaltungen des Kulturfonds und der KulturRegion FrankfurtRhein Main in die bunte Palette einzufügen. Und auch die Stadt Hanau hat wieder ihre Veranstaltung zur Erinnerung an den 19. März in den Angebotsreigen eingepasst. „So können wir das historische Vermächtnis in die Gegenwart und die Zukunft führen, denn es war letztlich der NS-Terror und Rassismus der zur Zerstörung der Stadt führte", erinnert OB Kaminsky.

Stellvertretend für die vielen Frauen und Männer, die sich bereits in der Vorbereitung mit starkem Einsatz um die Sache verdient gemacht haben, heben OB Kaminsky und Kannamkulam Manfred Haas hervor: „Nicht nur dass er der Erste war, der mit dem VHS-Förderverein und dem Team des KUZ die Veranstaltungsreihe nach Hanau geholt hat, viele heutige Verbindungen und damit auch umgesetzte Veranstaltungen wären ohne seine persönliche Ansprache von Menschen, Vereinen und Organisationen gar nicht denkbar."

„Dies ist eines der Merkmale der Internationalen Wochen gegen Rassismus in Hanau 2018, dass die Vernetzung in den meisten Fällen über die private und persönliche Ebene gegangen ist." Dieses Resumee zieht Wolfgang Kischel aus seiner Tätigkeit im Koordinierungsrat. Er dankt ausdrücklich auch den Sponsoren, die Vereine und Organisationen bei ihren Bemühungen unterstützen, und nennt die Sparkasse Hanau, das Kinopolis und Evonik sowie die Hanauer Straßenbahn AG, die in ihren Bussen die Plakate aushängen wird und damit für die Veranstaltungsreihe quasi Reklame fährt. Die große und bunte Gruppe der Veranstalter wird auch selbst für die „Internationalen Wochen gegen Rassismus" in Hanau trommeln: An den Samstagen des 3. und des 10. März werden am Marktplatz Infostände aufgebaut und Broschüren verteilt.

Werben für eine bestimmte Veranstaltung wollen weder Kaminsky noch Kannamkulam. Beide empfehlen den Hanauerinnen und Hanauern sich aus der Angebotsvielfalt das für sie Passende selbst herauszusuchen. Eines aber freut den Oberbürgermeister besonders: dass erstmals auch eine Veranstaltung speziell für Schülerinnen und Schüler in der HoLa angeboten wird. „Es ist sehr wichtig, gerade die jungen Menschen zu erreichen und für dieses Themenfeld zu sensibilisieren." Zudem seien nach vielen Studien rassistische Einstellungen und Gewalttaten quer durch alle gesellschaftlichen Milieus zu beobachten und kein alleiniges Problem des rechten Randes. „Es ist daher auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, dem entgegen zu treten."

Und Eines ist allen Beteiligten klar: die Anstrengungen für Menschenwürde und gegen Rassismus sind nach dem 25. März natürlich nicht vorbei. Aber es gilt auch: Rassismus und Menschenfeindlichkeit können überwunden werden. Jede und Jeder kann dabei mithelfen, dass die Menschenrechte auch im 70sten Jahr ihrer Erklärung erfolgreich verteidigt werden! Rassismus und Nationalismus gefährden die Demokratie, die Menschenrechte, den Zusammenhalt in Europa und den Frieden. Alle Veranstaltungen finden Interessierte natürlich auch im Internet, unter anderem auf www.hanau.de und auf www.hanaurocksontolerance.de sowie auf www.kulturnetz-hanau.de.

(Foto: Tobias Sellmaier / pixelio.de)