Einblick in die Hessische Erstaufnahmeeinrichtung in Hanau

Auf dem Sportsfield-Housing-Areal in Wolfgang befindet sich nicht nur die Gemeinschaftsunterkunft der Stadt Hanau für Flüchtlinge, sondern auch eine Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen. Hier werden Flüchtlinge direkt nach ihrer Ankunft in Deutschland untergebracht, ehe sie nach einigen Wochen auf die hessischen Kommunen verteilt werden.

Betrieben wird die Hessische Erstaufnahmeeinrichtung (HEAE) vom Regierungspräsidium Gießen, das mit der Betreuung der Flüchtlinge vor Ort die Johanniter-Unfallhilfe (JUH) Hanau & Main-Kinzig beauftragt hat. Rund 70 JUH-Mitarbeiter kümmern sich seit Mitte Oktober 2015 um die Flüchtlinge – bis zu 1600 können in der HEAE untergebracht werden.

Im Gegensatz zur städtischen Gemeinschaftsunterkunft, wo die Menschen ihr Leben weitgehend eigenständig organisieren müssen und sollen, gibt es in der HEAE eine intensive Betreuung. Da die Wohnungen, in denen bis zu zehn Personen untergebracht werden, nicht über eine Küche verfügen, werden die Flüchtlinge in einer Gemeinschafts-Kantine verpflegt. In der ehemaligen „Sportsfield Elementary School“ gibt es eine Unfallhilfsstelle für die medizinische Versorgung, diverse Räume für Deutschkurse und ähnliche Kurs-Angebote sowie einen großen Versammlungssaal. Im angrenzenden Kindergarten gibt es darüber hinaus eine Kleiderkammer, einen Frisör, ein Jugendzentrum und eine Kinderbetreuung.

In den vergangenen Monaten sind vielfältige Kooperationsprojekte zwischen der HEAE und der Gemeinschaftsunterkunft der Stadt Hanau entstanden. So lernen in den Schulräumen inzwischen auch externe Bewohner Deutsch, weil die VHS Hanau und die Johanniter-Unfall-Hilfe gemeinsame Konzepte entwickelt haben. Auch bei Veranstaltungen gibt es eine ausgeprägte Zusammenarbeit, die vielerorts als vorbildlich gelobt wird.

Viel Wert wird in der HEAE darauf gelegt, dass die Flüchtlinge selber mit Hand anlegen, um das Gelände in Schuss zu halten. So ist zum Beispiel der Spielplatz in tagelanger Fleißarbeit der Bewohner wieder hergerichtet worden.