Immer wieder geht es in der Diskussion um Flüchtlinge und Asylbewerber um das Thema „Kriminalität“.  Höchste Zeit, hier die wichtigsten Vorurteile klarzustellen:


Ausländer? Sind die nicht alle kriminell?

Das eigentliche Problem in Deutschland ist nicht die Kriminalität von Flüchtlingen, sondern die Kriminalität gegen Flüchtlinge. Laut Angaben des BKA werden von Flüchtlingen prozentual nicht mehr Straftaten begangen als von anderen Bevölkerungsgruppen auch. Starke Sorgen bereiten hingegen die zunehmenden Straftaten gegen Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte. Allein für 2015 nannte das BKA eine (vorläufige) Gesamtzahl von 887 Übergriffen gegen Flüchtlinge und Flüchtlingsheime, darunter über 130 Gewaltdelikte. Über 730 dieser teilweise brutalen Angriffe gehen auf das Konto von Rechtsradikalen.      


Sind die Flüchtlinge in Hanau sicher?

Die Stadt Hanau unternimmt alles, um „ihre“ Flüchtlinge vor Übergriffen zu schützen. Natürlich kann nicht jedem Einzelnen Personenschutz gewährt werden, aber das Sportsfield Housing wird regelmäßig überwacht. Polizei und private Sicherheitskräfte schützen das Gelände und sind in erhöhter Alarmbereitschaft.  

Zudem bitten wir alle Bürgerinnen und Bürger, wachsam zu sein und im Verdachtsfall sofort die Polizei zu informieren. Jeder Übergriff gegen die Sicherheit unserer Gäste – und vielleicht zukünftiger Mitbürger – ist ein Angriff gegen unsere Zivilgesellschaft, der nicht toleriert werden darf!


Wie steht es mit der allgemeinen Kriminalität innerhalb unserer Flüchtlingsunterkünfte?

Bisher wurde trotz der zugegebenermaßen beengten Wohnverhältnisse im Sportsfield Housing nur ein Fall gravierender Auseinandersetzungen bekannt, der dadurch gelöst werden konnte, dass ein Flüchtling in eine andere Erstaufnahmeeinrichtung verlegt wurde.   


Gibt es bei der Polizei eine Zensur bezüglich der Kriminalität von Flüchtlingen?

Immer wieder wird behauptet, die Polizei wäre gehalten, „negative Schlagzeilen“ zu vermeiden.  Dies entspricht laut dem Sprecher des Bundesamtes für Migration nicht der Wahrheit.


Stimmt es, dass kriminelle Flüchtlinge von unseren Gerichten geschont werden?

Definitiv nein: Erst im Januar 2016 wurde ein Flüchtling in Folge eines Bagatelldiebstahls zu einem Jahr Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt. Dies ist nicht als „Präzedenzfall“ zur Abschreckung zu sehen, sondern war aufgrund der Vorgeschichte des Delinquienten durchaus berechtigt und hätte jeden anderen Straftäter unter den gleichen Bedingungen ebenfalls treffen können.   


Wie lange wird Sportsfield Housing für Flüchtlinge genutzt?

Das ist im Moment noch nicht abzusehen. Sportsfield Housing ist eigentlich eine Konversionsfläche, die neu entwickelt werden soll – und wird. Mittel- oderlangfristig wird hier ein Gewerbegebiet als „Pufferzone“ zwischen den bestehenden Industrieanlagen im Osten/ Südosten und dem zukünftigen Wohngebiet auf dem Pioneer-Areal entstehen. Die Stadtverwaltung geht von einer Dauer des Status Quo der Zwischennutzung von Sportsfield Housing von höchstens zehn Jahren aus. 


Warum werden die Sportsfield Gebäude nicht als Wohnungen für Deutsche genutzt?

Die Bestandsbebauung auf dem Sportsfield Housing sollte eigentlich in der nächsten Zeit abgerissen werden, da die früheren US-Kasernen für eine Nutzung zu Wohnzwecken nicht geeignet sind. Zum einen entsprechen sie nicht den aktuellen Standards und Anforderungen im sozialen Wohnungsbau und könnten auch nur mit verhältnismäßig hohen Investitionen entsprechend saniert werden. Diese verbieten sich aber andererseits, da das Gelände direkt an ein Industriegebiet grenzt, von dem teilweise starke Lärm- und Geruchsemissionen ausgehen.

Ursprünglich sollte Sportsfield Housing zusammen mit dem ebenfalls benachbarten Pioneer-Areal als zusammenhängende Konversionsfläche vollständig neu entwickelt werden – Wohnungen auf dem Pioneer-Areal und Gewerbe als „Pufferzone“ auf dem Sportsfield Housing. Mit dem Erwerb des Pioneer-Areals am Waldrand durch die Stadt Anfang 2016 ist der Startschuss für eine neue, zeitgemäße Wohnbebauung gefallen. Die Unterbringung der Flüchtlinge und Asylbewerber im Sportsfield ist nur als Zwischenlösung zu betrachten – bis Alternativen für die Unterbringung gefunden und die ursprüngliche Planung wieder aufgegriffen werden kann.  


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