187522P.jpg

Volkshochschulen als Ort der Integration - Aktuelle Wanderausstellung im Kulturforum Hanau

Volkshochschulen sind ein wichtiger Ort der Integration: Sie vernetzten, bieten vielfältige Bildungsangebote für vielfältige Menschen und schaffen Begegnungen in der Einwanderungsgesellschaft. Eine aktuelle Ausstellung zur Integration im Kulturforum am Freiheitsplatz präsentiert die Integrationsleistung der Volkshochschulen in Hessen. Sie beleuchtet historische Zusammenhänge und erzählt persönliche Geschichten über das Ankommen und Mitgestalten.

⇲ Weiterlesen

Die Tafelausstellung im 2. Stock des Gebäudes ist bis 27. April im Kulturforum Hanau zu sehen. Von Hanau aus zieht die Ausstellung weiter durch Hessen und wird im September 2018 im Hessischen Landtag in Wiesbaden zu sehen sein. Bereichert und ergänzt wird die Ausstellung durch das Kunstwerk "Die Bank" von Norbert Biba. Er brachte eine Bank aus der Zeit der Apartheid aus Südafrika mit der Aufschrift "Europeans only" mit nach Deutschland und modifizierte sie auf besondere Art und Weise, die zum Nachdenken und Diskutieren anregt.

Zum Auftakt der Ausstellung stellten die vhs Hanau und das Kulturforum beispielhaft ihre vielfältigen Beiträge zu Integration in Hanau und der Region vor. Sie erläutern welche Angebote Integrationsprozesse unterstützen und begleiten und wie die beiden Lernorte vhs und Kulturforum zur Integrationsförderung miteinander verzahnt sind.

"Seit 57 Jahren bietet die VHS Sprachkurse an. Damals noch für die ersten Gastarbeiter, die aus Italien, Spanien und später auch der Türkei kamen", berichtet VHS-Leiterin Elke Hohmann. Mit der Flüchtlingswelle sei der Bedarf enorm gestiegen. "Doch mit gesammelten Kräften ist es uns gelungen diesen zu befriedigen und ausreichende Angebote für alle Altersklassen und Bedarfe zur Verfügung zu stellen. Zwar ließe der Flüchtlingsstrom nach, nicht aber die Nachfrage: " Die Menschen, die bei uns Deutsch gelernt haben, belegen inzwischen weiterführende Kurse, um sich auf Schule oder Beruf vorzubereiten", berichtet Hohmann.

"Sprache ist ein zentraler Punkt und eine der größten Hürden, die es bei der Integration von ausländischen Mitbürgern zu überwinden gilt. Hier spielen die Volkshochschulen eine sehr wichtige Rolle", bestätigte auch Bürgermeister Axel Weiss-Thiel. Das Wachstum der Städte sei zu einem großen Teil der Zuwanderung aus dem Ausland geschuldet, so der Bürgermeister. "Hier haben die Volkshochulen aktuell und in Zukunft riesige Herausforderungen mit Sprach- und Integrationskursen zu bewältigen", so Weiss-Thiel.

"Auch die Stadtbibliothek im Kulturform ist eine der ersten und wichtigsten Anlaufstellen für Immigranten, die sich informieren wollen", berichtet Beate Schwartz-Simon, Leiterin des Kulturforums. "Die Menschen finden hier Wörterbücher in ihrer Sprache, Zugang zu Computer, W-LAN sowie Kontakt zu anderen Einwanderern", berichtet sie. Wir haben Wörterbücher in vielen Sprachen sowie berufsbezogenen Bücher und Broschüren oder Infomaterial über den Führerschein auf Arabisch. Und die Nachfrage ist sehr groß!", erzählt sie.

Eine Beratungsstelle von VHS, Hessencampus und Beruflichen Schulen, die im Kulturforum untergebracht ist gehört ebenfalls zu den wichtigsten Anlaufstellen für Zuwanderer. Koordinator Clemens Mück berät hier Menschen aller Nationen zum Thema "schulische und berufliche Weiterbildung". Doch auch für andere Probleme hat er ein offenes Ohr: "Die Menschen kommen mit den unterschiedlichsten Anliegen. Auf Grund unserer guten Vernetzung in der Stadt mit öffentlichen, kirchlichen und privaten Trägern und Vereinen können wir Ihnen fast immer weiterhelfen", berichtet Mück.