Das (Archiv-)Foto zeigt den Integrationslotsen Karl-Heinz Leister bei der Beratung eines Flüchtlings. Die ehrenamtlichen Kräfte werden bei dem neuen Angebot eine wesentliche Rolle spielen.

Das (Archiv-)Foto zeigt den Integrationslotsen Karl-Heinz Leister bei der Beratung eines Flüchtlings. Die ehrenamtlichen Kräfte werden bei dem neuen Angebot eine wesentliche Rolle spielen.

Neues Beratungsangebot für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund

Nachhaltige Strukturen schaffen, die bestehenden Angebote miteinander vernetzen und Zugangsbarrieren abbauen – das sind die Kernpunkte der Umstrukturierungen in der Abteilung „Integration und Inklusion“ der Stadt Hanau, die zum 1. September greifen. Im Fokus steht dabei die Arbeit mit Migranten und Flüchtlingen – und hier insbesondere mit Kindern und Jugendlichen. „Mit den neuen Strukturen wollen wir alle Maßnahmen und Projekte in einer Integrationskette zusammenführen und den Menschen mit Migrationshintergrund so die Teilhabe an der städtischen Gesellschaft erleichtern“, erläutert Bürgermeister und Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel.

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Basierend auf einem Grundsatzbeschluss der Stadtverordnetenversammlung zum Integrationskonzept mit dem Titel „Vielfalt.Leben.Hanau. Lebenswege und Leitlinien“ aus dem Jahr 2011 wurde im Fachbereich 5 Soziale Dienste, Bildung und Integration vor rund fünf Jahren die Abteilung „Integration und Inklusion“ eingerichtet. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle im Winter 2015/2016 wurden verschiedene Aufgaben in das neu geschaffene Koordinationsbüro überführt. „Jetzt wollen wir diese beiden Welten, die sehr ähnliche Ziele verfolgen, wieder zusammenführen“, erklärt Weiss-Thiel, denn die Erstversorgung der Schutzsuchenden und das Heranführen an die neue Heimat stünden inzwischen nicht mehr im Mittelpunkt.

Begünstigt worden ist die Neuausrichtung der Abteilung durch die Ausweitung des Landesprogramms WIR, dem Nachfolger der Modellregion Integration. Seit 2014 fördert das Land Hessen in diesem Programm Integrationsmaßnahmen. Erst seit diesem Jahr dürfen die Mittel aber auch für die Flüchtlingsarbeit eingesetzt werden. „Unter dem Motto ‚WIR für alle‘ werden wir die Arbeit aller Beteiligten nun zusammenführen“, so Weiss-Thiel. Vom hessischen Sozialministerium ist der Stadt Hanau dafür die Stelle des sogenannten „WIR-Fallmanagers“ bewilligt worden. Diese bekleidet Andres Jäger, der bislang im Koordinationsbüro für Flüchtlinge eingesetzt worden ist. Er soll die dort verbliebenen Aufgaben weiterführen und sie in Zusammenarbeit mit den WIR-Koordinatorinnen mit den bestehenden Angeboten der Fachabteilung „Integration und Inklusion“ verzahnen.

Eine Kernaufgabe des WIR-Fallmanagers ist es, als Vermittler zu agieren. „Wir haben festgestellt, dass es viele Angebote von Vereinen und Institutionen gibt, Flüchtlinge und Migranten diese aber oftmals nicht finden“, beschreibt Jäger die Ausgangslage. Gerade die Vereine seien aber ein Schlüssel zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und damit zur Integration. Somit profitierten am Ende alle davon, wenn es eine zielgerechte Vermittlung in diesem Bereich gäbe. Deshalb wird es regelmäßige Sprechstunden geben – zunächst mittwochs von 13 bis 15 Uhr in der Gemeinschaftsunterkunft auf Sportsfield Housing (erstmals am 6. September) und montags von 16 bis 18 Uhr im Kulturforum (erstmals am 11. September). Dort können sich Migranten und Flüchtlinge über die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung beraten lassen. „Wir konzentrieren uns dabei erstmal auf Kinder und Jugendliche“, sagt Jäger. Ob Hausaufgabenhilfe, ein Instrument lernen oder einer Sportart nachgehen – in den Sprechstunden sollen die passenden Anlaufstellen aufgezeigt und der Kontakt hergestellt werden. Auch neue Angebote sind bereits in Planung, so zum Beispiel gemeinsame Ausflüge, Besuche von Museen oder Projekte zur politischen Bildung. Informationsveranstaltungen zur demokratischen Grundordnung in Deutschland stehen dabei ebenso auf der Agenda wie der Besuch einer Stadtverordnetensitzung oder einer Debatte im Hessischen Landtag.

Unterstützt werden die hauptamtlichen Kräfte dabei von ehrenamtlichen Helfern. Von der Stadt ausgebildete Integrationslotsen werden nicht nur dabei unterstützen, die passenden Angebote zu vermitteln, sondern die Kinder und Jugendlichen bei Bedarf auch zu den ersten Zusammentreffen mit den Vereinen begleiten. Eine engagierte Gruppe um Patrizia Kreisler und Karl-Heinz Leister war eng eingebunden in die Entwicklung des neuen Angebots. „Wir sind sehr froh darüber, dass es nach wie vor viele ehrenamtliche Kräfte gibt, die sich im Bereich der Integration engagieren“, so Weiss-Thiel.

Institutionen, die ihr Angebot bekannt machen wollen, oder an ehrenamtlicher Mitarbeit Interessierte können sich via E-Mail an hanauengagiert@hanau.de oder unter der Telefonnummer 06181/295-1944 melden.

Projekt "Ankunftsstadt" stellt sich vor

„Was macht Hanau zu einer Ankunftsstadt?“ Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Infostands auf dem Internationalen Freundschaftsfest im Garten des Olof-Palme-Hauses.  Die Stadt Hanau und die NH ProjektStadt stellten dabei das Projekt „Ankunftsstadt Hanau. Quartiere gemeinsam gestalten“ vor, mit dem sie als einer von zehn Standorten in Deutschland in das Förderprogramm „Stadtentwicklung und Integration“ der Nationalen Stadtentwicklungspolitik aufgenommen worden sind.

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Im Rahmen des Förderprogramms werden beispielhafte Projekte gesucht, die sich strategisch mit der Integration von Zugewanderten als zukunftsweisende Aufgabe für die integrierte Stadtentwicklung befassen. Das Projekt läuft drei Jahre lang. Mit dem Begriff „Ankunftsstadt“ sind jene Stadtviertel gemeint, in denen sich Zugewanderte in einer Stadt zunächst niederlassen. Entscheidend ist es, Strukturen und Bedingungen zu schaffen, die es Zugewanderten schnell ermöglichen, Teil der Stadtgesellschaft zu werden und sozial aufzusteigen.

Die Stadt Hanau möchte dieses Ziel mit der Erstellung eines integrierten Handlungskonzeptes unterstützen. In Zusammenarbeit mit der NH ProjektStadt entwickelt sie ein Konzept, das als bundesweites Pilotkonzept auch Vorbild für andere Kommunen sein soll. Im Hinblick auf die derzeitige Situation in Hanau liegt das Augenmerk vor allem auf dem Sportsfield-Areal und den dort lebenden Geflüchteten. Eine erfolgreiche Weiterentwicklung von Ankunftsorten setzt aber auch voraus, dass die Bedarfe der Gesamtstadt sowie der schon lange in Hanau lebenden Bevölkerung Berücksichtigung finden.

Beim Freundschaftsfest des Ausländerbeirates stand deshalb der Austausch im Vordergrund. Das Interesse an dem Projekt war bei allen Altersgruppen groß, und viele Personen berichteten, aus welchen Gründen sie nach Hanau kamen und wie sie hier eine (neue) Heimat gefunden haben. Auf einer Karte konnten alle ihren Wohnort und ihre Herkunftsort festhalten.

Mit einem Videodreh und einer Postkarten-Befragung wurden außerdem viele persönliche Meinungen festgehalten, was eine Ankunftsstadt ausmacht, was sich Menschen konkret wünschen und wie Integration gelingen kann. Aus der Bevölkerung und auch von verschiedenen lokalen Akteuren, etwa der Stadtverwaltung und Politik, der Polizei oder der Vereine und Ehrenamtlichen wurde ein positives Bild für Hanau als offene Stadt gezeichnet, die gezielt an der Integration arbeite. Fotos: Marc Strohfeldt

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Land Hessen würdigt die Lotsen-Arbeit von Patrizia Kreisler

Umrahmt von einem bunten Kulturprogramm hat der Bevollmächtigte für Integration und Antidiskriminierung, Staatssekretär Jo Dreiseitel, ehrenamtlich tätige Integrationslotsinnen und Integrationslotsen für ihr gesellschaftliches Bürgerengagement im Biebricher Schloss in Wiesbaden gewürdigt – darunter auch die Hanauerin Patrizia Kreisler, die sich seit rund zwei Jahren in vielfältiger Weise für die Flüchtlinge engagiert.

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„Der hessische Integrationslotsenansatz hat sich seit über zehn Jahren bewährt. Wir unterstützen Menschen“, erläuterte Dreiseitel, „die ihre persönlichen Erfahrungen und ihre Sprachkompetenzen dafür einsetzen, Zugewanderten eine Brücke in unsere Gesellschaft zu bauen, und die ihnen dabei helfen, bei uns heimisch zu werden. Die aktiven Integrationslotsinnen und -lotsen erfahren durch diesen festlichen Rahmen eine besondere Würdigung ihrer ehrenamtlichen Arbeit, die sie bestärkt.“

Geehrt wurde in der hessischen Landeshauptstadt auch Patrizia Kreisler aus Hanau. Als ehrenamtliche Integrationslotsin kümmert sie sich seit Dezember 2015 aktiv darum, dass sich Migranten schnell in Hanau zurecht finden. Sie begleitet die Migranten bei Behördengängen und sonstigen Wegen in der Stadt, besucht mit ihnen kulturelle Veranstaltungen und ist im außerordentlichen Maß im Dialog mit verschiedenen gesellschaftlichen Institutionen aktiv. Kreisler ist zudem seit über einem Jahr aktive Sprachlotsin bei der VHS Hanau und erteilt Geflüchteten ehrenamtlich Deutschkurse.

Bereits im September und Oktober 2015 hat sich die Hanauerin in der damaligen Notunterkunft in der August-Schärttner-Halle in Tages- und Nachteinsätzen um Flüchtlinge gekümmert. „Das Engagement von Patrizia Kreisler geht weiter über das normale Maß hinaus, sie ist ein wichtiges Bindungsglied zwischen der Stadt und den Migranten, ist aber auch für andere Lotsen stets ansprechbar“, hieß es in der Würdigung. „Sie motiviert andere Lotsen, hat ein hohes Maß an Sozialkompetenz und ist für viele Migranten erster Ansprechpartner für Fragen, Sorgen und Nöte.“ Mit Ihrer ruhigen, freundlichen und kompetenten Art sei sie bis zum heutigen Tag wichtiger und wertvoller Ansprechpartner für die Stadt Hanau.

Seit 2017 arbeiten ehrenamtliche Integrationslotsinnen und -lotsen auch mit Geflüchteten in den Kommunen. Dies ist möglich, da die Hessische Landesregierung das Landesprogramm WIR von 4,6 Millionen Euro auf 8,85 Millionen Euro in 2017 erhöht hat. Davon profitiert auch der Integrationslotsenbereich, der ein wichtiger Schwerpunkt hessischer Integrationspolitik im Landesprogramm WIR ist.

Dreiseitel dankt auch den Hauptamtlichen in den Vereinen, Kommunen und Kreisen – als wichtige Partner in der Integrationslotsenarbeit. Neben der afrikanischen Trommelmusik von Modou Seck gehörte auch ein Auftritt der Comedian Idil Nuna Baydar zu den Höhepunkten des Programms.

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Seniorenbüro organisiert Kunst-Projekt für Geflüchtete

Kunst ohne Grenzen – unter diesem Motto steht ein kreatives Projekt, das im Rahmen des Bundesprojektes „Alt für Jung Patenschaften - Seniorenbüros unterstützen Geflüchtete“ gerade in Hanau begonnen hat. Das Projekt greift auf, dass sich in vielen Gesprächen immer wieder herausgestellt hat, dass viele Frauen unter der Geflüchteten in ihrer Heimat gemalt und gezeichnet haben, eigene Schnitte für Kleidung entwerfen können oder das kunstvolle Handwerk der Kalligrafie beherrschen.

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Mit dem neuen Angebot soll dieses kreative Potential die Chance zur Entfaltung bekommen. „Uns liegt es am Herzen, mit dem Projekt ‚Kunst ohne Grenzen‘ ein Angebot für Frauen zu schaffen, das ihnen die Möglichkeit gibt, sich künstlerisch-visuell auszudrücken“, beschreibt Barbara Heddendorp vom Seniorenbüro Hanau die Zielsetzung. Zudem kommen die Frauen aus ganz unterschiedlichen Herkunftsländern über das gemeinsame Malen, Zeichnen und Gestalten ins Gespräch, lernen sich kennen und neue Kontakte können entstehen. Daneben hoffen die Veranstalterinnen, dass die teilnehmenden Frauen ihre Erfahrungen und ihre Fertigkeiten auch selbst an Menschen weitergeben können und eigene Angebote beispielsweise in der Unterkunft auf Sportsfield Housing organisieren können.

Für das Projekt wurde mit Martina Roth eine erfahrene Kunsttherapeutin gewonnen, die auch bei der Anmietung eines Kunstraumes im Brockenhaus unterstützen konnte. Zum ersten Termin kamen fünf Frauen aus der Türkei, Iran und Afghanistan sowie die engagierten Patinnen Renate Schwalenberg-Leister und Silvia Kleinschmitt, die auch den Fahrdienst zum Veranstaltungsort in das Brockenhaus Hanau organisiert hatten. Im Mittelpunkt des ersten Abends stand die Aufgabe, einen persönlichen Wunsch darzustellen. In Form einer Collage, die aus Zeitungsannoncen kombiniert mit Farben erstellt wurde, entstanden die ersten Kunstwerke. Im Anschluss gab es eine Bildbesprechung, und die Frauen berichteten von ihren Wünschen.

Weitere Gruppen werden folgen, die ebenfalls jeweils an drei Abendterminen von der Kunsttherapeutin begleitet werden. Finanziert wird das Projekt zur Zeit über Zuschüsse aus dem Bundesprojekt „Menschen stärken Menschen“ und über Mittel des Qualifizierungsprogrammes der Freiwilligenagentur.

Sommerfest an den Hochbeeten auf Sportsfield

Im Rahmen des Projektes „Alt für Jung Patenschaften – Seniorenbüros unterstützen Geflüchtete“ fand kürzlich rund um die Hochbeete in der städtischen Flüchtlingsunterkunft ein Sommerfest statt, zu dem auch Bürgermeister Axel Weiss-Thiel kam. Organisiert wurde das Fest von den Patinnen und Paten zusammen mit dem Hanauer Seniorenbüro.

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Sie alle gestalteten zusammen mit den Bewohnern vor Ort ein lebhaftes und musikalisches Sommerfest. Eine Idee war, die zahlreichen Fotos, die bei gemeinsamen Ausflügen, Projekten, Austausch- und Kontakttreffen entstanden sind, den Bewohnern zu zeigen. Dies war erst zu später Stunde möglich, denn die Fotos wurden auf einer großen Fotoleinwand präsentiert.

Musikalisch wurde der Abend von einer iranischen Musikgruppe und mehreren Trommeleinlagen unterstützt. Für das leibliche Wohl der Gäste sorgten zahlreiche Frauen, die mit ihren Familien Hochbeete auf dem Sportsfield gebaut und bepflanzt haben und diese unterhalten. Zusammen mit den Salat- und Kuchenspenden der Patinnen wurden vielfältige Speisen angeboten. Renate Krüger und Heike Reuter bastelten passend zu den Hochbeeten zusammen mit den Kindern und deren Eltern bunte Blumen aus Papier.

Die Paten Karl Paap, Inge Paap und Renate Krüger setzten im letzten Jahr die Idee um, gemeinsam mit den Bewohnern Hochbeete zu bauen und diese mit Nutzpflanzen zu gestalten. Die Paten Gabriele Spehar und Norbert Bauer begannen in diesem Jahr mit dem Bau von Sitzgruppen aus Palletten, die rund um die Hochbeete aufgestellt wurden und werden dieses Projekt fortsetzen.

Projekt START hilft Flüchtlingen beim Einstieg in die Arbeitswelt

„START – gewerblich-technisch“ heißt das Projekt, das zehn geflüchteten Erwachsenen mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit die Möglichkeit gab, sich auf eine Berufstätigkeit vorzubereiten und ihre Chancen auf Ausbildung oder Beschäftigung zu verbessern. Umgesetzt wurde das Projekt von HESSENCAMPUS Hanau, unter Beteiligung der Volkshochschule Hanau und der Ludwig-Geissler-Schule.

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Das Unternehmen „MTV Förster GmbH & Co. KG“ ermöglichte das Projekt durch eine finanzielle Spende. Dem geschäftsführenden Gesellschafter und Lions-Mitglied Holger Förster gelang es zudem, den „Lions Club Hanau Brüder Grimm“ davon zu überzeugen, die Summe zu verdoppeln. Mit den insgesamt 20.000 Euro wurde „START - gewerblich-technisch“ finanziert sowie auch ein Projekt mit kaufmännischem Schwerpunkt, dessen Durchführung ab September geplant ist. Das Jobcenter des Kommunalen Centers für Arbeit (KCA) im Main-Kinzig-Kreis unterstützte das Projekt, indem es mehrere der Teilnehmer einsteuerte, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II) beziehen.

Nach zwei Monaten Teilnahme am Projekt START konnten die Männer im Alter von 21 bis 41 Jahren, die aus den Herkunftsländern Somalia, Syrien und Pakistan stammen, jetzt bei einer Feierstunde in der Volkshochschule ihre Teilnahmeurkunde entgegennehmen. Erste Erfolge der Maßnahme sind bereits sichtbar: „Zwei Teilnehmer der Maßnahme werden direkt im Anschluss eine Ausbildung, beziehungsweise Beschäftigung bei regionalen Arbeitgebern aufnehmen“, erläutert Projektkoordinator Clemens Mück. Die Berufswünsche der restlichen Teilnehmenden seien eine Ausbildung oder Anstellung als Verfahrensmechaniker (CNC), Lagerist/Staplerfahrer, Berufskraftfahrer, Elektriker, Bauzeichner und KFZ-Mechatroniker.

„Ich hoffe sehr, dass sie ihre Ziele erreichen und wünsche ihnen viel Erfolg auf ihrem weiteren Weg, denn der Arbeitsmarkt kann sie gut gebrauchen!“ sagte Bürgermeister Axel Weiss-Thiel. „Für ihre Integration in unsere Gesellschaft sind Arbeit und Sprache wesentliche Bausteine“, betonte der Bildungs- und Sozialdezernent. Im Durchschnitt dauere die Einmündung in den Arbeitsmarkt jedoch drei bis vier Jahre. Dies sei ein zu langer Zeitraum. „Jede Maßnahme, die diesen Zeitraum verkürzt, ist im Interesse der betroffenen Menschen und unserer Gesellschaft“, so Weiss-Thiel. Er dankte den Sponsoren für ihr Engagement: „Hier haben sich viele Menschen und Organisationen in Hanau und dem Kreis zusammengetan, um ihre Kompetenzen zu bündeln, um Menschen eine Zukunft zu ermöglichen.“

„Wir wollen mithelfen, die Welt etwas besser zu machen und haben daher beschlossen, Geflüchtete bei der Integration zu unterstützen“, sagte Dr. Volker Wingefeld vom Lions Club Hanau Brüder Grimm. „Die Teilnehmenden haben in den letzten zwei Monaten große Fortschritte gemacht, und ich drücke die Daumen für ihren weiteren Berufsweg!“ Lars Ebert vom Unternehmen MTV Förster GmbH & Co. KG versprach, START auch im kommenden Jahr weiter zu unterstützen. Bereits 2015 - vor dem Projekt START - förderte die MTV Förster GmbH & Co. KG durch eine zielgerichtete Spende in Höhe von 5000 Euro die Durchführung von Deutschkursen für geflüchtete Menschen. „Es würde uns freuen, wenn auch andere regionale Unternehmen sich an diesem wirklich guten Projekt finanziell beteiligen würden“, sagte er. „Die geflüchteten Menschen sind unsere Arbeitskräfte von morgen und wir müssen sie auf ihrem Weg und bei der Integration unterstützen.“

In insgesamt 150 Unterrichtsstunden konnten die Teilnehmenden der Maßnahme sowohl die bestehenden Deutschkenntnisse verbessern, als auch einen Einstieg in Beruf oder Ausbildung vorbereiten. Zu den Schulungsinhalten gehörten die Orientierung über verschiedene Berufsbilder in Deutschland, deren Anforderungsprofile und Beschäftigungschancen in der Rhein-Main-Region. Weiterer Schwerpunkt war die Vermittlung sogenannter soziokultureller Kompetenzen. Hierbei ging es darum, Arbeits- und Verhaltensnormen kennenzulernen und einzuüben, wie zum Beispiel das Arbeiten im Team, Kommunikation und Umgangsformen in beruflichen Zusammenhängen. Im Bewerbungscoaching wurden Bewerbungsunterlagen erstellt und Vorstellungsgespräche eingeübt. Ein Schwerpunkt wurde auf gewerblich-technische Lerninhalte gelegt. Auf dem Stundenplan stand Fachunterricht in den Fächern Chemie, Physik und Mathematik ebenso, wie EDV-Grundlagen, arbeits- und vertragsrechtliche Themen sowie Fragen der Unfallverhütung am Arbeitsplatz. Auch eine berufspraktische Erprobung in gewerblich-technischen Berufen konnten durch die Kooperation mit der Ludwig-Geissler-Schule Hanau durchgeführt werden.

Interessierten Unternehmen, die eine Ausbildung, Beschäftigung oder ein Praktikum anbieten oder sich als Sponsor engagieren möchten, können sich gerne bei der Projektleitung melden: HESSENCAMPUS Hanau, c/o Volkshochschule Hanau, Clemens Mück, clemens.mueck@hanau.de, Telefon 0162-439865

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Ein Tag voller Bewegungsangebote

Tretroller und Dreiräder für die Kleinsten, Ballspiele für die Schulkinder, Trendsportarten wie Slackline und Baseball für die älteren Jugendlichen – beim 2. großen Sportfest auf dem Sportsfield-Gelände fand wirklich jeder ein Angebot, das zu ihm passte.

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Einen ganzen Tag lang war der Landessportbund Hessen mit seinem umfangreichen mobilen Geräte-Angebot auf dem Freigelände der kommunalen Flüchtlingsunterkunft präsent, um den Kindern im Alter zwischen 3 und 18 Jahren einen fröhlichen Tag voller Bewegung und Spaß zu bieten. Die Johanniter-Unfall-Hilfe ergänzte das Angebot mit einer großen Hüpfburg.

Organisiert wurde die Veranstaltung von den beiden ehrenamtlichen Sport-Coaches der Stadt Hanau Gabi Ewald und Wolfgang Schaffert, in Zusammenarbeit mit dem Leiter der Fachstelle Sport der Stadt Hanau Thomas Ritter und dem WIR-Koordinator der Stadt Hanau Andreas Jäger.

Projekt "Ankunftsstadt Hanau" stellt sich beim Freundschaftsfest vor

In Hanau wird derzeit ein integriertes Handlungskonzept für die Flüchtlingsansiedelung erstellt, das als Grundlage dienen soll, die Stadt als „Ankunftsort“ weiterzuentwickeln. Das Augenmerk liegt dabei vor allem auf der Gruppe der Geflüchteten. Auch die vorhandenen Konversionspotenziale der Stadt Hanau sollen im Konzept berücksichtigt werden. Erstellt wird das Konzept von der NH ProjektStadt aus Frankfurt. Haben Sie Kontakt zu Geflüchteten? Und sind Sie vielleicht sogar selbst zugewandert? Was hat Ihnen damals dabei geholfen in Hanau anzukommen? Am 19. August beim 30. Internationalen Freundschaftsfest sind alle Besucherinnen und Besucher herzlich eingeladen sich am Projektstand mit Ihren Fragen, Anregungen und Ideen an der Konzepterstellung zu beteiligen.

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Der Begriff der Ankunftsstadt geht unter anderem auf den britisch-kanadischen Journalisten und Autor Doug Saunders und sein 2011 erschienenes Buch „Arrival City: How the largest Migration in History is Reshaping our World“ zurück. Eine seiner Kernaussagen ist, dass Migration in einer engen Beziehung zur gesteigerten Urbanisierung und Diversität der Städte steht. Saunders selber meint mit "arrival cities“ jene Stadtviertel, in denen sich Zuwanderer in einer Stadt zunächst niederlassen. Inzwischen gibt es jedoch auch Städte, die sich im Ganzen als „arrival cities“ begreifen. Entscheidend ist es, Strukturen und Bedingungen zu schaffen, die es Zuwanderern schnell ermöglichen, Teil der Stadtgesellschaft zu werden, anzukommen und sozial aufzusteigen.

Erste Schritte bei der Ausarbeitung des Konzeptes sind eine gesamtstädtische Analyse, die Untersuchung von Konversionspotenzialen und die Weiterentwicklung lokaler Netzwerke. In allen Schritten spielt die Einbeziehung der Hanauer Akteure aus der Verwaltung und Wirtschaft, aber auch der Bürger- und Bürgerinnen als Experten und Expertinnen eine entscheidende Rolle.

Der erste Schritt wurde am 06.06.2017 im Rahmen eines Verwaltungsworkshops durchgeführt. Am 30. Internationalen Freundschaftsfest sind alle Besucherinnen und Besucher herzlich eingeladen sich am Projektstand zu informieren und sich mit Ihren Ideen, ggf. auch mit ihrer eigenen Zuwanderungserfahrung, an der Konzepterstellung zu beteiligen.

Internationales Freundschaftsfest am Olof-Palme-Haus

Nach fünfjähriger Pause bietet der Ausländerbeirat Hanau wieder ein Internationales Freundschaftsfest an. Gefeiert wird am Samstag, 19. August, ab 12 Uhr rund um das Olof-Palme-Haus, Pfarrer-Hufnagel-Straße 2. Die Besucher erwartet Musik und Tanz aus aller Welt, Spezialitäten aus verschiedenen Ländern, diverse Info-Stände und ein Kinderfest. Die Vorsitzende Selma Yilmaz-Ilkhan lädt alle Hanauerinnen und Hanauer mit Familien und Freunden herzlich dazu ein. Der Eintritt ist frei.

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Im Rahmen des Festes wird auch das Projekt „Ankunftsstadt Hanau“ präsentiert. In Hanau wird derzeit ein integriertes Handlungskonzept für die Flüchtlingsansiedelung erstellt, das als Grundlage dienen soll, die Stadt als „Ankunftsort“ weiterzuentwickeln. Das Augenmerk liegt dabei vor allem auf der Gruppe der Geflüchteten. Auch die vorhandenen Konversionspotenziale der Stadt Hanau sollen im Konzept berücksichtigt werden. Erstellt wird das Konzept von der NH ProjektStadt aus Frankfurt. Beim 30. Internationalen Freundschaftsfest sind alle Besucherinnen und Besucher herzlich dazu eingeladen, sich am Projektstand mit ihren Fragen, Anregungen und Ideen an der Konzepterstellung zu beteiligen.

Das Programm des Freundschaftsfestes beginnt um 12 Uhr mit Tanzgruppen-Vorführungen des Vereins Planeta. Ab 13 Uhr ist afghanischer Rap zu hören, gefolgt von kroatischer (13.30 Uhr) und italienischer Folklore (14 Uhr). Die Gruppe JJAZ bietet ab 14.30 Uhr eritreische Folklore. Danach gibt es russische Klänge vom Verein „Alle zusammen“ zu hören (ab 15 Uhr), gefolgt von kurdischer Folklore (15.30 Uhr.) Eine Big-Band aus Flüchtlingen präsentiert der Verein „Global Village“ ab 16 Uhr, danach wird es Kroatisch (16.30 Uhr). Der Verein KID sorgt ab 17 Uhr für russische und ungarische Folklore. Danach wird es ab 17.30 Uhr sportlich – zu sehen ist dann Taek-Won-Do. Syrische (ab 18 Uhr) und bosnische Folklore (18.30 Uhr) sind die nachfolgenden Programmpunkte. Ab 19 Uhr präsentiert IGBO afrikanische Klänge, danach gibt es eine Shaolin- und Taichi-Show zu sehen (ab 19.30 Uhr). Zum Abschluss gibt es ab 20 Uhr ghanaische Palwine Music mit Kotey Niikoi und Dromo.

Für die Verpflegung sorgen die Frauen- und Mädchengruppe des Stadtteilzentrums Süd-Ost, die DITIB, Frauen für Frieden, der bosnische Kultur- und Sportverein Hanau, die italienische Gemeinde Hanau, das kurdische Kulturzentrum Hanau, der tunesisch-deutsche Kultur Verein Hanau, Global Village/Café Oase, der spanische Elternverein, der kroatische Verein „Hrvatski Dom Hanau“, Ahmadiyya Muslim Jamaat Hanau, der ukrainisch und russische Verein KID, das islamische Informations- und Begegnungszentrum, die armenische Gemeinde Hanau, Queer Hanau und der VfR Kesselstadt.

 „Sie hat ihren Mitmenschen durch ihr Engagement einen unschätzbar großen Dienst erwiesen“: Landesehrenbrief für Gabriele Ewald

Verdiente Würdigung einer hoch engagierten Mitbürgerin: Im Rahmen einer Feierstunde im Hanauer Rathaus hat Oberbürgermeister Claus Kaminsky den Ehrenbrief des Landes Hessen an die Stadtverordnete Gabriele Ewald überreicht. In seiner Ansprache würdigte der OB Ewald als eine hoch engagierte Frau, die sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich in zahlreichen Gremien, Vereinen und Organisationen einbringt.  „Bekannt ist Gabi Ewald insbesondere für ihre Tätigkeit in der Kommunalpolitik und im Bereich Sport“, sagte der OB, doch auch zu Gunsten der Flüchtlingshilfe, am Gericht und in der Nachbarschaftshilfe habe Ewald sich mit viel Engagement betätigt und viele Stunden ihrer Zeit geopfert.

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Die Liste von Ewalds Engagements sei lang und könne nur auszugsweise erwähnt werden, sagte Kaminsky, und doch wolle er es versuchen. „Neben der Politik ist der Sport Ewalds große Leidenschaft“, weiß Kaminsky zu berichten: „Seit 1979 ist Gabi Ewald Mitglied der DJK Sportvereinigung Eintracht Steinheim e.V. Bis heute war sie in zahlreichen Funktionen - zuletzt als 1. Vorsitzende und seit März 2017 im Ältestenrat – des Vereins tätig.“ Gemeinsam mit Thorsten Wolter von der DJK Steinheim und dem Ausländerbeirat der Stadt Hanau habe sie den Fair-Play Preis 2009 des hessenweit aktiven Netzwerks „ballance Hessen – Fußball für Integration, Toleranz und Fair Play“ für das gemeinsam organisierte Pfingstturnier entgegen genommen.

Im Sportkreis Main-Kinzig e.V. - ehemals Sportkreis Hanau e.V. - sei Ewald seit 2000 Referentin für Familie, Frauen, Senioren, Integration, Inklusion sowie seit 2009 Integrationsbeauftragte. Ebenfalls mitgearbeitet habe Ewald beim Projekt „Gemeinsam Vielfalt leben in Hanau“ in den Jahren 2009 – 2010, beim runder Tisch „Integration durch Sport“ im Sportkreis und ab 2016 auch im Arbeitskreis Integration im Sportkreis.

„Frau Ewald war zudem Mitglied im Landesausschuss Frauen im Sport im Landessportbund Hessen von 2001 bis 2006, organisiert seit 2001 den Hanauer Stadtlauf und ist seit 2016 Sportcoach der Stadt Hanau zur Integration von Flüchtlingen“, zählt Kaminsky weiter auf. Von 2006 bis 2014 sei sie zudem Mitglied im Verein für Deutsche Schäferhunde e.V., Ortsgruppe Hanau gewesen, auch für einige Jahre als Beisitzerin im Vorstand.

„Um diese umfassende Liste zu ergänzen, sei erwähnt, dass Gabi Ewald auch Gründungsmitglied der Steinheimer Nachbarschaftshilfe e.V. im Jahr 2007 ist, sowie Vorleserin der Aktion ‚Hanau liest ein Buch‘“, berichtet der OB. Seit 2015 arbeitet sie zudem ehrenamtlich als Willkommenslotsin der Stadt Hanau in der Betreuung von Flüchtlingen und sie sei auch Mitglied in der Ökumenischen Flüchtlingshilfe Steinheim. „Nicht zu unterschlagen ist auch Ewalds Tätigkeit als Hilfsschöffin beim Landgericht Hanau von 2008 bis 2012“, erzählt Kaminsky .

Auch in der Kommunalpolitik sei Ewald hoch aktiv: „Seit 2006 ist Frau Ewald im Vorstand der SPD, Ortsverein Steinheim, zudem ist sie Mitglied im SPD Stadtverband Hanau.“ Auch im Ortsbeirat Steinheim sei Ewald seit 2008 aktiv, von 2011 bis 2016 sogar als stellvertretende Ortsvorsteherin. „Seit 2011 ist Gabriele Ewald Mitglied der Stadtverordnetenversammlung in der SPD-Fraktion. In dieser Funktion wirkt sie seither mit im Ausschuss Kultur, Schule und Sport, als Mitglied der Sportkommission sowie seit April 2016 auch als Mitglied der Volkshochschulkommission“, berichtet der OB. Auch Ewalds Tätigkeit als Mitglied der Sportkommission des Main-Kinzig-Kreises von 2003 bis 2006 wolle er nicht unterschlagen.

„Liebe Gabi Ewald, sie haben sich in unserer Gesellschaft und für unsere Gesellschaft wirklich auf ganz breiter Ebene engagiert und dabei wenig ausgelassen“, stellte der OB fest. „Sie haben Zeit, Energie und Herzblut in unzählige Projekte und Organisationen gesteckt und ihren Mitmenschen durch ihr Engagement einen unschätzbar großen Dienst erwiesen. Danke für die unzähligen Stunden ehrenamtlicher Arbeit, die sie unserer Stadt schenken! Danke für ihre Entschlossenheit und ihre Ausdauer, ihr Einfühlungsvermögen, für all ihre Talente und Fähigkeiten, die sie in ihre zahlreichen freiwilligen Aufgaben einbringen“, sagte Kaminsky.

Er dankte Ewald, dass sie ihr Bürgersein nicht nur als Katalog von Rechten und Ansprüchen verstehe, sondern auch als Aufforderung gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. „Sie mögen ihr Engagement für die Gesellschaft und unsere Stadt für selbstverständlich halten, doch das ist ihr Einsatz ganz sicher nicht. Die Verleihung des Landesehrenbriefes möchte ich daher zum Anlass zu nehmen, das öffentliche Dankeschön zu überbringen, das ich bei dieser Gelegenheit stellvertretend für alle ausspreche, die von ihrem Wirken profitieren konnten“, so Kaminsky: „Unsere Stadt wäre um vieles ärmer ohne ihre Ehrenamtler, ohne die Frauen und Männer, Erwachsene wie Jugendliche, die sich freiwillig für die Belange ihrer Mitmenschen und für ein gutes Miteinander engagieren. Es ist nicht vorstellbar, wie unser Gemeinwesen ohne Menschen wie sie funktionieren sollte.“

Hanauer Jungs erfolgreich bei „kicken & lesen in Hessen“

Parallel zum Confederations Cup fand im Frankfurter Volksbank Stadion ein Kleinfeldturnier mit 39 Jungen im Rahmen von „kicken & lesen in Hessen“ statt. Mit diesem Projekt fördern die „hessenstiftung – familie hat zukunft“ und der FSV Frankfurt 1899 gemeinsam die Integration und Bildungschancen von Jungen. Diese liegen in der Lesekompetenz nämlich oft weit hinter gleichaltrigen Mädchen.

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In diesem Jahr wurde „kicken & lesen" an den vier Standorten Bad Nauheim, Hanau, Pfungstadt und Viernheim für jeweils zehn Tage durchgeführt. Es galt insbesondere Jungen aus Flüchtlingsfamilien und mit Migrationshintergrund zu erreichen. Die Stadtbibliothek Hanau hat sich in diesem Jahr in Kooperation mit dem VfR 1925 Kesselstadt beteiligt.

„Highlights waren der Besuch der Commerzbank Arena und des Eintracht-Museums und die Übernachtung auf dem Sportplatz des VfR 1925 Kesselstadt, die leider wegen Gewitterwarnung in die Umkleidekabine verlegt werden musste", berichtet Projektkoordinatorin Edith Reusswig.

Beim Kleinfeldturnier belegten die 11- bis 13-jährigen Jungs vom VfR 1925 Kesselstadt sowohl im Fußball als auch beim Lesen die beiden ersten Plätze. Bei zwei Lesetests, von denen der eine am Anfang des Projekts und der andere am Ende durchgeführt wurde, konnte eine Verbesserung der Lesefähigkeit festgestellt werden, berichtet Reusswig.

Gleichberechtigt neben dem Kleinfeldturnier zum Projektabschluss stand der Lesewettbewerb. Nach jedem Spiel absolvierten die Teams Dribblingübungen mit der Aufgabe, einen Satz aus Satzteilen auf Kartons richtig zusammenzusetzen. Für diese Übung gab es genauso viele Punkte wie fürs Fußballspiel. „Die Jungs konnten die Erfahrung machen, dass sie mit Lesen ebenso punkten wie mit Kicken“, sagte Ulrich Kuther, Geschäftsführer der „hessenstiftung - familie hat zukunft“. Das Turnier wurde unter den beiden spielerisch besten Mannschaften zuletzt beim Lesewettbewerb entschieden. Eine Urkunde erhielten jedoch alle teilnehmenden Jungen.

Senioren engagieren sich für Flüchtlinge: „Wichtiger gesellschaftspolitscher Beitrag“

Das Seniorenbüro der Stadt Hanau beteiligt sich seit Anfang 2016 an dem Projekt „Alt für Jung Patenschaften - Seniorenbüros unterstützen Geflüchtete“ im Rahmen des Bundesprogramms „Menschen stärken Menschen“. Dieses Projekt wird von der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros an 20 Standorten in Deutschland durchgeführt. Auf Einladung der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros und des Seniorenbüros Hanautrafen sich Vertreterinnen und Vertreter der Projektstandorte jetzt in Hanau, um wichtige Themen aus der Patenschaftsarbeit zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen.

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Am ersten Tag des Treffens besuchten die Projektkoordinatorinnen und -koordinatoren die städtische Flüchtlingsunterkunft auf dem Sportsfield-Gelände in Wolfgang. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Unterkunft und Barbara Heddendorp präsentierten den Gästen die Hochbeete und die speziell für den Tag gefertigten Sitzgelegenheiten aus Paletten. Die Patinnen und Paten Inge und Karl Paap, Renate Krüger und Gabriele Spehar hatten diese Projekte zusammen mit den Menschen vor Ort umgesetzt, konnten aber leider an diesem Tag nicht vor Ort sein.

Bei Kaffee, Tee und Kuchen kamen alle Beteiligten schnell ins Gespräch. Der ehrenamtliche Projekt-Pate Dr. Karl Heinz Leister informierten über die zahlreichen Angebote in der städtischen Unterkunft, die von engagierten Menschen freiwillig umgesetzt werden. Flüchtlingskoordinator Daniel Freimuth begleitete die Gäste über das Gelände und präsentierte eine Musterwohnung.

Die Vertreterinnen und Vertreter der Standorte zeigten sich begeistert über die Idee gemeinsam mit den Menschen Hochbeete zu bauen und zu bepflanzen sowie Sitzgelegenheiten aus Paletten zu fertigen. „Wir werden diese Anregungen gemeinsam mit den Menschen etwas herzustellen und ihre Fähigkeiten einzubinden mit nach Hause nehmen“, sagte Marita Gerwin aus Arnsberg, Fachstelle Zukunft Alter.

Zum Treffen am folgenden Tag im Brockenhaus begrüßte Gabriella Hinn, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros (BaS): „Es ist der Bundesarbeitsgemeinschaft ein Anliegen, bei der Umsetzung des Projektes insbesondere lebenserfahrene Menschen anzusprechen. Die langjährige Erfahrung der Seniorenbüros, ihre Expertise und ihr Fingerspitzengefühl haben sich sehr bewährt“, sagte Hinn. „Das Projekt Alt für Jung Patenschaften ist für uns als Bundesverband kein „normales“ Projekt, sondern zugleich ein wichtiger gesellschaftspolitscher Beitrag zu einem friedlichen und gleichberechtigten Zusammenleben in Vielfalt“, so Hinn weiter. Die BaS werde im Jahr der Bundestagswahl nicht nachlassen sich für die geflüchteten Menschen einzusetzen und mache sich mit den anderen bundesweiten Trägern für eine Fortsetzung und Aufstockung des Programms stark, so die Geschäftsführerin.

Bürgermeister Axel Weiss-Thiel spannte den Bogen von der Geschichte der Glaubensflüchtlinge in Hanau vor rund 400 Jahren bis zum Ankommen der geflüchteten Menschen in den letzten Jahren. Er betonte zudem das große Engagement der Menschen in Hanau und berichtete zum aktuellen Stand der Flüchtlingsarbeit in Hanau. „Migration in Hanau ist ein Thema von zentraler Bedeutung ist. Wir leben in einer Stadt, die geprägt ist von Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen. Ziel ist es geflüchtete Menschen in der Stadt zu integrieren und Migration gemeinsam zu leben. Integration heißt zusammenleben und nicht nebeneinander leben. Das ist eine Aufgabe aller Bürgerinnen und Bürger in Hanau mit dem Ziel Vielfalt als Chance zu sehen und zu leben“, so Weiss-Thiel.

Eine politische Einordnung nahm der Journalist und Autor Stephan Hebel mit seinem Beitrag „Missbrauchte Migration – wie AfD und Co. das politische Klima verändern“ vor. Seine Thesen wurden im Anschluss angeregt diskutiert.

In einem World-Café – moderiert von Michael Stegmann, dem Leiter des Hanauer Seniorenbüros - setzten sich die Teilnehmenden am Nachmittag mit den bislang erreichten Erfolgen und den anstehenden Aufgaben auseinander. Das Angebot zum Austausch wurde, trotz tropischer Temperaturen, intensiv genutzt. Fazit: Die gesellschaftliche Integration der Geflüchteten ist ein Langstreckenlauf… Abschließend wurden die Ergebnisse von Gabriella Hinn und Erik Rahn, der im Auftrag der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros das Projekt begleitet, präsentiert.

Eine Tagungsdokumentation finden Interessierte auf der Homepage der BaS http://www.seniorenbueros.org/ Die Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros bedankte sich abschließend bei allen Gästen und beim Hanauer Seniorenbüro für die Unterstützung bei der Durchführung der Veranstaltung.

Kaminsky und Weiss-Thiel danken Ärzten vom sozial-ärztlichen Flüchtlingsdienst

Seit Anfang 2016 bis heute waren die Ärzte Dr. Andreas Müller, Gerd Schäffer und Dr. Sabine Laber-Szillat ehrenamtlich für die Flüchtlinge in der kommunalen Unterkunft in Sportsfield Housing aktiv. Zweimal wöchentlich boten sie im Rahmen des sozial-ärztlichen Dienstes vor Ort Sprechstunden für die Menschen an, die dort dankbar angenommen wurden. Jetzt, da die Flüchtlinge in der kommunalen Unterkunft fast alle über eine eigene Krankenversicherungskarte verfügen und der Zustrom von Menschen nachgelassen hat, wurde der Dienst eingestellt.

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Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Bürgermeister Axel Weiss-Thiel nahmen das zum Anlass den engagierten Medizinern bei einem Treffen im Rathaus, bei dem Dr. Laber-Szillat leider verhindert war, ihren persönlichen Dank zu übermitteln: „Sie haben großartige Arbeit geleistet und viele Stunden ihrer Zeit geopfert“, sagte der OB. In einer schwierigen Zeit, die nur mit der Unterstützung ehrenamtlicher Helfer zu bewältigen gewesen sei, hätten die drei Haltung gezeigt und gesellschaftliche Verantwortung übernommen. Dafür gebührt ihnen große Ehre“, so Kaminsky. „Sie haben den Menschen, die auf Sportsfield lebten und leben einen großen Dienst erwiesen!“, fügte Weiss-Thiel hinzu.

Schäffer, der trotz seiner beachtlichen 88 Jahre noch regelmäßig seinem Kollegen Müller in den Sprechstunden assistierte bekennt, dass er den Dienst auf Sportsfield mit ein wenig Wehmut einstellt: „Viele Flüchtlinge waren froh, dass sie vor Ort einen Ansprechpartner für ihre medizinischen Probleme hatten , denn sie waren ja fremd hier und kannten sich gar nicht aus“, berichtet er. „Wir hatten auch viel mit Sprachproblemen zu kämpfen, denn unsere Patienten sprachen viele verschiedene Sprachen, aber meist wenig deutsch“, erinnert sich der erfahrene Mediziner. Die Verständigung habe mit Händen und Füßen und Brocken von Englisch sowie der Hilfe von Übersetzern stattgefunden, erzählt er. „Manche haben auch ihre Kinder, die in die deutsche Schule gingen und dort die Sprache lernten, als Übersetzer mitgebracht!“ Insgesamt sei der sozial-medizinische Dienst für ihn eine sehr positive Erfahrung gewesen, sagte Schäffer.

Kaminsky und Weiss-Thiel überreichten den Gästen kleine Geschenke zum Dank und Blumen für Dr. Laber-Szillat, die vertretungsweise von Claudia Schäffer, der Ehefrau von Gerd Schäffer, entgegengenommen wurden. „Es ist schön zu wissen, dass es in Krisenzeiten Menschen gibt, die sich ehrenamtlich engagieren und auf die man sich verlassen kann“, stellten der Oberbürgermeister und sein Vertreter fest.

Gemeinsames Sommerfest für Flüchtlinge in Sportsfield Housing

"Wir bauen Brücken" - unter diesem Motto stand das Sommerfest für Flüchtlinge, das die Hessische Erstaufnahmeeinrichtung und die Gemeinschaftsunterkunft der Stadt Hanau gemeinsam in Sportsfield Housing feierten. Bewohner aus beiden Einrichtungen genossen das bunte Programm gemeinsam.

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Neben Live-Musik von Jörg Sanders gab es eine Trommelvorführung , eine Tombola und jede Menge Kinderprogramm, für das das Spielmobil Augustinchen sorgte. Oberbürgermeister Claus Kaminsky, der als Schirmherr fungierte, bedankte sich bei der Johanniter Unfall Hilfe Hanau & Main-Kinzig für die Organisation und zeigte sich hocherfreut darüber, dass die Kooperation zwischen Stadt und Land weiterhin wächst und gedeiht. Die gute Zusammenarbeit wurde auch von Andrea Kaup vom Regierungspräsidium Gießen gelobt, die Grußworte des Landes Hessens überbrachte.

Neben den Haupt- und Ehrenamtlern aus beiden Einrichtungen packten auch das Team des „Café Oase“ und die Bewohner beherzt mit an – sie sorgten unter anderem für die Verpflegung und tischten Spezialitäten aus ihren Herkunftsländern auf. Stimmungsvoller Höhepunkt des Fests war das Fliegenlassen roter Luftballons – auf angehängten Kärtchen hatten die Flüchtlinge zuvor ihre Wünsche notiert.

Schülerinnen erhalten Zonta-Preis für ihr Engagement

Der Zonta-Club Hanau hat zum zehnten Mal den Young Women in Public Affairs Award (YWPAA) verliehen. Mit diesem Preis werden junge Frauen im Alter von 16 bis 19 Jahren geehrt, die sich durch besonderes ehrenamtliches Engagement im schulischen wie auch privaten Bereich auszeichnen.

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Im WaschWerk der Lebensgestaltung e.V. an der Nordstraße trafen sich jetzt neben den Zonta-Mitgliedern auch zahlreiche Unterstützer und Sponsoren des Clubs sowie eine Vielzahl geladener Gäste. Die Stars des Abends waren aber zwei Schülerinnen aus Bruchköbel und Maintal, die sich „über alle Maßen sozial engagieren“, wie Andrea Güthge, frisch ernannte Präsidentin des Zonta-Clubs Hanau, lobte. „Wir wollen mit der Verleihung dieses Förderpreises junge Frauen für ihre ehren-amtliche Arbeit auszeichnen und gleichzeitig motivieren, sich künftig im öffentlichen Leben, der Politik und gemeinnützigen Organisationen einzusetzen“, sagt Güthge.

So könne auch das Bestreben von Zonta, eines Serviceclubs berufstätiger Frauen in Führungspositionen, die sich für die Verbesserung der Stellung der Frau in rechtlicher, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Hinsicht einsetzen, vorangetrieben werden. Dazu unterstützt der Hanauer Club mit verschiedenen Aktionen örtliche, nationale und internationale Hilfsprojekte.

Den ersten Preis, der mit 500 Euro dotiert ist, erhält die 17-jährige Berit Abraham aus Bruchköbel. Die Abiturientin der Karl-Rehbein-Schule ist Mitglied in der Arbeitsgruppe Asylcourage, in der sie junge Flüchtlinge beim Erlernen der deutschen Sprache unterstützt. Sie ist aktiv in der Kinder- und Jugendarbeit der evangelischen Jakobusgemeinde in Bruchköbel und sorgt beim DLRG für die Sicherheit der Badegäste im Bärensee. Berit Abraham geht im Sommer für neun Monate nach England, wo sie im Team eines christlichen Gästehauses arbeiten wird.

Der mit 250 Euro dotierte zweite Preis geht an Sophia Gerson. Die 18-Jährige aus Maintal ist Mediatorin am Franziskaner-Gymnasium Kreuzburg, leitet hier unterschiedliche Workshops und betreut an den Familienwochenenden der Schule die anwesenden Kinder. Sie ist im Karnevalsverein engagiert und leistet Kinder- und Jugendarbeit in der evangelischen Kirchengemeinde in Maintal. Die junge Frau legt nach dem Abitur ein freiwilliges pastorales Jahr ein und möchte anschließend Theologie studieren.

Beide Preisträgerinnen stellten sich und ihre Aktivitäten persönlich vor und hinterließen bei allen Anwesenden einen nachhaltigen Eindruck. So auch bei der Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck: „Ich bin ganz begeistert von diesen beiden engagierten jungen Damen. Sie werden beide ihren Weg gehen und künftig sicherlich noch viel Verantwortung in unserer Gesellschaft übernehmen.“

Funck betonte, dass der „Young Women in Public Affairs Award” wichtig sei, weil er das Engagement junger Frauen für alle sichtbar mache. Er solle Impulse geben und gutes Beispiel für andere sein. Schließlich müsse weiter an der Stellung der Frauen in der Gesellschaft gearbeitet werden: „Wir haben in den vergangenen Jahrzehnten viel erreicht. Aber eben nur darum, weil die Frauen nie locker gelassen und sich ihre Rechte sukzessive erkämpft haben.“ Dieser Kampf müsse weitergehen, bis eine 100-prozentige Gleichstellung der Geschlechter gegeben sei.

„IMPULS“ eröffnet Perspektiven für geflüchtete Kinder und Eltern

Ein niedrigschwelliges Einstiegsangebot zum Erlernen der deutschen Sprache schaffen und damit beim ersten Schritt zur Integration helfen – das ist das Ziel des Programms „Willkommen mit IMPULS“ der IMPULS Deutschland Stiftung. In Hanau wird das Projekt von der städtischen Volkshochschule in Zusammenarbeit mit der Familien- und Jugendberatung der Stadt Hanau umgesetzt – und mit großzügiger Unterstützung der „Ursula-Berenbrok-Winterstein-Stiftung“, die dafür 5000 Euro zur Verfügung gestellt hat.

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„Wir wollen einen Beitrag zur Bildungs-Integration geflüchteter Kinder und ihrer Eltern leisten und ihnen eine Perspektive in Deutschland ermöglichen“, erläutert Elke Hohmann, Leiterin der VHS Hanau. Das Projekt ist unter der Regie von Kimberly Saal, städtische Koordination der Sprachangebote für Geflüchtete, vor wenigen Wochen in der städtischen Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Sportsfield Housing gestartet. Sechs Kinder zwischen sechs Monaten und drei Jahren treffen sich an jedem Mittwoch zum gemeinsamen Spielen. Durch verschiedene Aktivitäten erhalten sie spielerische Anregungen für die sprachliche, kognitive und sensomotorische Entwicklung.

Dabei steht vor allem der Spaß im Vordergrund, durch den der Lernprozess unterstützt wird. Mütter und Väter werden aktiv in die Arbeit mit dem Kind einbezogen. Die Eltern sollen in ihren Elternkompetenzen gestärkt und sich der Wichtigkeit des kindlichen Spiels bewusst werden.

Begleitet werden die Treffen von Nuray Yavuz und Tatjana Felk von der Familien- und Jugendberatung der Stadt Hanau, die in dem Projekt als so genannte „Familienbesucherinnen“ fungieren. Durch wöchentliche Hausbesuche sollen sie dabei helfen, dass die Familien Strukturen und Vertrauen zur deutschen Gesellschaft aufbauen können. Bis zu 20 Familien aus der Gemeinschaftsunterkunft sollen in dem mehrstufigen Projekt, das auf ein Jahr angelegt ist, begleitet werden.

„Wir wollen Neugierde und Selbstbewusstsein der Kinder fördern und ihnen Spaß am Lernen vermitteln“, nennt Projektkoordinatorin Saal die ersten Schritte des Projekts. Im Moment wird vor allem gespielt – auf von IKEA Hanau eigens für das Projekt gespendeten Teppichen und Kissen.

20 Organisationen präsentieren sich

Am Samstag, 10. Juni, findet von 10 bis 16 Uhr am Forum Hanau ein Markt der Möglichkeiten zum Thema „Freiwillig engagieren, aber wo?“ statt. Veranstalter ist das Netzwerk Freiwilligenkoordination, das von der Freiwilligenagentur Hanau gegründet wurde. 20 Organisationen werden an Infotischen über die verschiedenen Engagementmöglichkeiten in ihrer Einrichtung informieren. Es werden Engagementmöglichkeiten in den Bereichen Kinder, Flüchtlinge, Kultur, Tiere, Stadtteil/Nachbarschaft, Senioren und Inklusion vorgestellt. Weitere Informationen gibt es bei Iris Fuchs von der Freiwilligenagentur Hanau, 06181/66832053.

Kleidersammlung für bedürftige Menschenin Hanau

Mehrere hunderttausend Tonnen Altkleidung werden hierzulande im Jahr weggeworfen. Nur 20 Prozent davon laden in Sammelcontainern. Der große Rest wird über den Hausmüll dem Wiederverwerten entzogen. Die Sammelquote in der Brüder-Grimm-Stadt zu steigern und das Sammelgut einem gemeinnützigen Zweck zuzuführen ist Ziel des städtischen Eigenbetriebs Hanau Infrastruktur Service (HIS), dererstmals Container auf dem Betriebshof in der Daimlerstraße 5 aufgestellt hat. Außerdem sammelt die Johanniter-Unfall-Hilfe jetzt auch direkt an der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung Kleidung für Flüchtlinge.

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„Wir helfen seriösen Wohlfahrtsverbänden und die wiederum den benachteiligten Menschen. Wir schonen die Umwelt und bieten die Chance, bei der Fahrt zum städtischen Wertstoffhof gebrauchte Kleidung, Decken und Schuhe gleich sinnvoll mit zu entsorgen“, umreißt Bürgermeister Axel Weiss-Thiel die Strategie von HIS. Gleich am Eingang des Wertstoffhofs haben die örtliche Johanniter-Unfallhilfe, Malter-Hilfsdienst und DRK jeweils einen Sammelcontainer für gebrauchte Kleidung, Bett- und Haushaltswäsche in Säcken sowie zusammengebundene Schuhpaare aufgestellt. Die Verbände leeren ihre Behälter regelmäßig und sortieren bei sich den eingeworfenen Inhalt. Dabei entscheiden sie, was für Obdachlose, Flüchtlinge oder andere Bedürftige passt und was in ihre Second-Hand-Läden gelangt. Etwa fünf Prozent wird zur weiteren Verwertung weiter verkauft, beispielsweise für neue Ware oder für Industrie-Putztücher.

Aus dem Verkauf von Altkleidern finanzieren die drei Hilfsorganisationen soziale Projekte. Beispiele dafür nennen Sven Holzschuh von den Johannitern, Sabine Kroh von den Maltesern und Benjamin Heier bei der offiziellen Inbetriebnahme der Sammelcontainer: Krankenfahrten, Erste-Hilfe-Kurse, warme Mahlzeiten für Kinder und Jugendliche, Trauerbegleitung für Kinder, Besuchsdienste für Ältere, Demenzbetreuungen. Daniela Münzing, städtische Abfallberaterin bei HIS, erhält aus der Bürgerschaft immer wieder Anrufe mit der Frage, wie sich Altkleider in Hanau sinnvoll verwerten ließen. Nun kann HIS „guten Gewissens“, so Betriebsleiter Markus Henrich, auf die Sammlung der drei gemeinnützigen Verbände hinweisen, mit denen der städtische Eigenbetrieb Verträge geschlossen hat.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe RV Hanau & Main-Kinzig hat im Stadtgebiet insgesamt vier Kleider-Container aufgestellt. „Das Besondere daran ist: Die gesamte dort eingeworfene Kleidung kommt den in Hanau untergebrachten Flüchtlingen zu Gute“, erläutert Regionalvorstand Sven Holzschuh. Zwei der frech beklebten Container stehen deshalb auch unmittelbar vor der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung auf Sportsfield Housing, für die die Johanniter als Dienstleister fungieren.

Bürgermeister Weiss-Thiel betont nicht nur den gemeinnützigen Zweck der Altkleidersammlung, sondern sieht darin auch einen Gewinn für die Umwelt. Denn diese Form der Kreislaufwirtschaft helfe, dass durch Wiederverwerten große Mengen an Wasser, Energie und Chemikalien bei der Textilproduktion gespart werden.

Allein in Hanau fallen nach HIS-Berechnung jährlich 674 Tonnen Altkleider an. Deren Spendenwert beträgt mehr als 300.000 Euro. „Solche Zahlen zeigen, dass wir die Sammlung nicht allein Privatunternehmen überlassen sollten“, findet Weiss-Thiel. Er appelliert an diejenigen, die privat Platz für Altkleider-Container anbieten, dabei gemeinnützige Hilfsorganisationen zu bevorzugen.

30 Fachleute aus dem Bundesgebiet diskutieren in Hanau das Thema „Stadtentwicklung und Migration“

Wie verändert Migration die Stadtentwicklung? Unter dieser Fragestellung haben sich in Hanau rund 30 Fachleute aus dem gesamten Bundesgebiet getroffen. Auf Einladung der Initiative „Nationale Stadtentwicklungspolitik“ trafen sich Vertreter von jenen zehn Kommunen im Brockenhaus, die für das Projekt „Stadtentwicklung und Migration“ ausgewählt worden sind. Auch die Stadt Hanau gehört dazu. „Und das freut uns sehr, denn Hanau ist damit zum ersten Mal Projektstandort der ‚Nationalen Stadtentwicklungspolitik‘“, so Martin Bieberle, Leiter des Fachbereichs Planen, Bauen & Umwelt.

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Bieberle begrüßte die Gäste zum Auftakt des zweitägigen Erfahrungstausches und verwies auf die zahlreichen Erfahrungen, die Hanau bei der Integration schon gesammelt habe. Ob die calvinistischen Religionsflüchtlinge im Mittelalter, die vielen Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg oder die Gastarbeiter aus der Türkei, aus Italien oder aus Spanien in den 60er-Jahren – sie alle hätten Hanau mitgeprägt. „Multikulti ist in Hanau eingeübt“, begründete Bieberle, warum sich Hanau unter der Überschrift „Arrival Hanau – Ankommen in der Metropolregion“ für das Projekt beworben habe.

Die „Nationale Stadtentwicklungspolitik“ ist eine Initiative mehrerer öffentlicher Institutionen. Ihr Ziel ist es, die Städte und Regionen in Deutschland zu stärken. Dazu sind verschiedene Handlungsfelder definiert worden, in denen Förderung und Diskussionen zusammengeführt werden sollen. Im aktuellen Projekt unter Überschrift „Stadtentwicklung und Migration“ sollen innovative Stadtentwicklungskonzepte erarbeitet werden, die ein Leitbild der Integration und eine Konzeption für dessen räumliche Umsetzung beinhalten. Zehn Projekte sind dafür ausgewählt worden, die in den kommenden drei Jahren modellhafte Konzepte entwickeln sollen.

„Hanau hat als Ankunftsstadt eine große Tradition“, erläuterte Bieberle und verwies auch auf die amerikanischen Soldaten, für die Hanau jahrelang der Ankunftsort in Europa gewesen sei. Wie aus den bislang militärisch genutzten Flächen lebendige Orte des Ankommens für Geflüchtete, andere Zuwanderergruppen und die Stadtgesellschaft gemacht werden könnten, ist eine der Fragestellungen, die nun diskutiert werden soll. In Zusammenarbeit mit der „NH ProjektStadt“ möchte die Stadt mit Partnern aus Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft ein integriertes Handlungskonzept für die „Ankunftsstadt“ erarbeiten. Dabei sollen die in Hanau lebenden Geflüchteten genauso eingebunden werden wie die „alte Nachbarschaft“.

Zu Beginn wird eine städtebauliche Analyse vorgenommen, dabei werden auch die vorhandenen Konversionspotentiale untersucht. Die Analyse und die Weiterentwicklung lokaler Netzwerke sowie die Einbeziehung der Bürger vor Ort stellen weitere wichtige Bestandteile des Konzepts dar. So soll ein Umsetzungskonzept entstehen, aus dem sich spezifische Handlungsfelder und Maßnahmen für die Entwicklung der „Ankunftsstadt“ ableiten lassen. Ziel ist es zudem, erfolgreiche Bausteine auf andere Orte der Region zu übertragen.

Vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), das die Fördermittel bereitstellt und alle zehn ausgewählten Projekte begleitet, sind die in Hanau ergriffenen Maßnahmen bereits bei einem Besuch im März positiv aufgenommen worden. Vor allem die Zusammenarbeit zwischen dem Land Hessen mit seiner Erstaufnahmeeinrichtung und der Stadt Hanau mit der angrenzenden Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge wurde gelobt. „Sie sind in Hanau auf einem sehr guten Weg“, bestätigte Stephan Willinger vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

Neben Hanau präsentierten bei dem zweitägigen Erfahrungsaustausch unter anderem Kaiserslautern („Integration findet Stadt“), Leipzig („Integration durch Initiativmanagement“), Tübingen („Nachbarschaft und Vielfalt: Strategische Wohnraumentwicklung für Geflüchtete“) und Saarbrücken („PatchWorkCity – Saarbrücken entwickelt Vielfalt“) ihre Konzepte. Außerdem diskutierten die Teilnehmer über die Fragen „Welche Anforderungen werden an die Verwaltung einer Ankunftsstadt gestellt?“ und „Wie kann ein Dialog mit der Stadtgesellschaft gestaltet werden?“. „Das Thema Integration hat uns in der Stadtentwicklung schon vor dem großen Flüchtlings-Andrang beschäftigt – und es wird uns auch noch lange erhalten bleiben“, erklärte Tilman Buchholz vom zuständigen Bundesministerium.

„Menschen in Hanau“ und Kulturloge unter einem Dach

Die Initiative „Menschen in Hanau“ und der Verein Kulturloge Hanau engagieren sich dafür, dass alle Menschen in der Brüder-Grimm-Stadt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Alter, Herkunft, Behinderung oder ein schmaler Geldbeutel sollen kein Hinderungsgrund sein. Dieses gemeinsame Anliegen wird in einem Büro im „Haus am Steinheimer Tor“ lebendig.

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Im Dezember 2016 sind Lisa Uibel und Gabriele Bromboszcz als Vertreterinnen der Kulturloge eingezogen. Im Februar gesellten sich Sylvie Janka und Karin Clemens von „Menschen in Hanau“ dazu. Von dem freundlichen Miteinander überzeugten sich Bürgermeister Axel Weiss-Thiel und Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck.Die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler überreichte bei ihrem Besuch einen Scheck im Wert von 2.000 Euro für die Kulturloge, denn „Kultur hat die Kraft zu verbinden und zu integrieren. Umso wichtiger ist es, dass wir allen Frauen, Männern und Kindern den Zugang erleichtern.“

Die Initiative „Menschen in Hanau“ hat sich im Rahmen eines städtischen Inklusionsprojekts im Sommer 2016 entwickelt. Die rund 20 Akteurinnen und Akteure machen mit Aktionen auf Barrieren aufmerksam, die Menschen mit Beeinträchtigungen ein selbstbestimmtes Leben erschweren. Das barrierefrei erreichbare Büro ist Anlaufstelle für alle Bürgerinnen und Bürger, denen das Thema Inklusion am Herzen liegt. Karin Clemens ist dienstags von 15 bis 17 Uhr anwesend (06181 5073-277; karin.clemens@menschen-in-hanau.de), Sylvie Janka unter der selben Nummer mittwochs von 9 bis 17 Uhr (sylvie.janka@menschen-in-hanau.de).

Lisa Uibel und Gabriele Bromboszcz sind die Seele der Kulturloge. Sie vermitteln freie Kartenkontingente für Kultur - und Sportveranstaltungen an einkommensschwache Hanauerinnen und Hanauer. Hartz IV-Empfänger, Arbeitslose, Senioren mit Grundsicherung, Alleinerziehende und Familien mit kleinem Einkommen aber auch Flüchtlinge können sich über Flyer bei sozialen Einrichtungen melden und ankreuzen, welche Kultursparte sie am liebsten besuchen möchten. Hat die Kulturloge nicht verkaufte Karten zu vergeben, werden die Interessierten angerufen. Die Karten werden dann auf ihre Namen an der Kasse hinterlegt.

Für die Kulturloge Hanau stellt das Büro im Haus am Steinheimer Tor die Nahtstelle zwischen den 16 Veranstaltern, die Karten anbieten, den 45 Sozialpartnern, bei denen man sich anmelden kann und den Menschen dar. Bislang sind 75 Kulturinteressierte registriert, davon 37 Kinder und 38 Erwachsene. Seit Februar wurden 72 Karten an 36 Personen vergeben. Die vermittelten Kulturgäste kamen mit Anmeldungen des Diakonischen Werks Hanau, des Caritas-Verbandes für den Main-Kinzig-Kreis und der Stiftung Lichtblick der Evangelischen Marienkirchengemeinde Hanau zur Kulturloge.

Lisa Uibel und Gabriele Bromboszcz bieten in dem Büro keine Beratung an. Wer sich näher über die Kulturloge informieren möchte, kann sich bei der Stadt Hanau an Wolfgang Kischel wenden (wolfgang.kischel@hanau.de, 06181/295-969) oder im Internet unter www.kulturloge-hanau.de.